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Ernst Moritz Engert

Die Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde 1978 vom Künstler selbst gegründet. Sie umfasst mehr als 700 Kunstwerke, hauptsächlich Scherenschnitte, aber auch Zeichnungen und Grafiken. Werke aus der Stiftung sind ständig im 2. Obergeschoss der „Kunstsammlungen der Stadt Limburg“ ausgestellt. Durch Bestandskataloge wird Leben und Werk des Künstlers dokumentiert.

Lebenslauf

1892
Am 24. Februar in Yokohama als Sohn von Moritz und Hedwig Engert geboren.
 
1904/05
Die Familie kehrt während des Russisch-Japanischen Krieges nach Deutschland zurück.
 
1905-08
Besuch des Gymnasiums in Rinteln/Weser.
 
1907
Erste Bildnissilhouetten von Mitschülern und Familienmitgliedern, angeregt durch einen Silhouettenschneider auf dem Jahrmarkt.
 
1909-11
Studium in München an der Kunstgewerbeschule bei Julius Diez und an der Privatschule (Debschitzschule) von Wilhelm Debschitz.
 
ab 1910
Zugehörig zur Schwabinger Künstler-Boheme.
 
1911
Aufenthalt in Berlin auf Anregung von Georg Heym, Mitwirkender an Veranstaltungen des "Neopathetischen Cabarets".
 
1912
Über Heym Kontakt zu dem Verleger Ernst Rowohlt, Mitglied des Mittagsstammtischs in "Wilhelms Weinstuben" in Leipzig. Einzug in die Künstlerpension Fürmann in Schwabing. Beteiligung an der "Ausstellung moderner geschnittener Silhouetten" im Hohenzollern Kunstgewerbehaus in Berlin.
 
1913
Erster Sonderdruck der Zeitschrift "Die neue Kunst" Bachmair-Verlag München "Engert-Sieben Zeichnungen" mit Nachwort von Karl Otten. Mitglied der Rheinischen Künstlerkolonie in Grau-Rheindorf bei Bonn, Beteiligung an der Ausstellung "Rheinische Expressionisten", die August Macke in Bonn organisiert.
 
1914
"E. M. Engert – Verzeichnis seiner graphischen Arbeiten" von Konrad Weinmayer erscheint. Beteiligung an der Scherenschnitt-Abteilung der "Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik" in Leipzig. Heirat mit der Malerin Alice Clara von Anders, genannt Alette.
 
1915
Tochter Ursula wird am 2. März geboren.
 
1915-17
Kriegsdienst an der Westfront, wird verwundet und kehrt nach München zurück.
 
1916
"Die Aktion" druckt den Holzschnitt "Asta Nielsen" ab.
 
1917
Erster umfassender Beitrag zu Engerts Silhouettenkunst durch Konrad Weinmayer in "Deutsche Kunst und Dekoration". Der in Folge seiner Verwundung nicht mehr fronttaugliche Engert wird zur "Künstlerischen Figurenbühne" des 1. Ersatzbataillons des 2. Bayerischen Infanterieregiments abkommandiert.
 
1918
Die bibliophile Zeitschrift "EOS" bringt 3 Kaltnadelradierungen als Illustration zu einem Beitrag von Friedrich Sebrecht. Der Vorzugsausgabe ist der Scherenschnitt "Flammen" beigegeben.
Sohn Guntram wird am 30. März geboren.
Engerts jüngere Brüder Karl und Hans Curt fallen in den letzten Kriegswochen.
 
1919
Gründungsmitglied der "Darmstädter Sezession". Sein Bogenschütze wird das Signet der Gruppe. Für das gleichzeitig erscheinende erste Heft der Zeitschrift "Das Tribunal" liefert er die Titelabbildung, den Scherenschnitt "Judith".
Einzelausstellung in "Zinglers Kabinett" in Frankfurt/Main, Katalog mit Vorwort von Hans Schiebelhuth.
 
1920
Beteiligung an der Ausstellung "Deutscher Expressionismus" in Darmstadt. Zu dieser Ausstellung überträgt er Skizzen seines an Kriegsfolgen verstorbenen Freundes Franz S. Henseler auf Stein. Es erscheint die Engert-Sondernummer der bibliophilen Zeitschrift "Der Zweemann".
 
1921
In der Reihe "Die Silbergäule" erscheint das Bändchen "Schwabinger Köpfe".
Sohn Erasmus wird am 7. Dezember geboren.
 
1922
Umzug nach Berlin, gemeinsames Haus mit seinem Schwager, dem amerikanischen Bildhauer und Graphiker William Hunt Diederich. Beschäftigung mit Gebrauchsgrafik und Illustration für Zeitschriften.
 
1924
Rückzug nach München, Trennung von der Familie.
Engert zieht zu Annaluise Fischer, genannt Liboussa.
Bühnenbild und Ausstattung für die Lokalposse "Der Datterich" am Darmstädter Theater.
 
1925-39
Engert wohnt in Burg Thann, Bonn und Berlin. Zusammenarbeit mit der "Bayerischen Radiozeitung" für die er Illustrationen zeichnet, teilweise mit seinem Pseudonym "Dronte" signiert sowie Textbücher illustriert.
Am 9. Mai 1925 wird Tochter Phoebe geboren.
 
1928
Planung einer Malschule in Bonn, zusammen mit dem Bonner Maler Jerome Bessenich. Arbeitet für den "Bonner Generalanzeiger" als Pressezeichner. Es entsteht eine erste Folge von Theaterblättern.
 
1929
Noch einmal kurzer Aufenthalt in München.
 
1930
Umzug nach Berlin.
 
1930-43
Neben Bildnissilhouetten entstehen immer umfangreichere werbe- und gebrauchsgrafische Arbeiten. Engert arbeitet als Pressezeichner für die "Deutsche Allgemeine Zeitung" und die "Deutsche Theaterzeitung". Seine Illustrationen zu den Beiträgen der verschiedensten Schriftsteller und Journalisten erscheinen in "Die Dame", "Die neue Linie", "Das grüne Blatt". Unter dem Druck der nationalsozialistischen Kulturpolitik schließt sich ein Künstlerkreis zusammen, der an die frühen Münchner Bohéme-Zirkel erinnert. Viele verfemte Künstler gehören dazu, wie Hans Bellmer, John Höxter, Albert Schäfer-Ast.
 
1939
Dienstverpflichtung als Kartograph zum Reichsamt für Landesaufnahme, Berlin.
 
1941
Sohn Guntram fällt auf Kreta.
 
1942
Sohn Erasmus fällt in der Sowjetunion.
 
1943-45
Soldat im 2. Weltkrieg, gerät in französische Gefangenschaft, zeichnet im Gefangenenlager seine Kameraden.
 
1945
Übersiedlung nach Hadamar zu seiner Schwester Dora in das Haus am Herzenberg. Erwirbt die ehemalige Synagoge und richtet sie sich als Atelier ein.
 
1952
Vorübergehend Lehramt an der Glasfachschule in Hadamar. Erfolgloser Versuch, Schattenspiele in das entstehende Fernsehen zu bringen.
 
1965-70
Übertragung eines wesentlichen Teiles seines Silhouettenwerks in die Siebdrucktechnik wegen eines einsetzenden Augenleidens.
 
1966
Erste Ausstellung einer Übersicht seines Gesamtwerks in der Galerie Topp, Limburg.
 
1969
Durch eine Augenoperation Wiedererlangung seiner Sehkraft.
 
1972
Verleihung des "Bundesverdienstkreuzes" an seinem 80. Geburtstag.
 
1977
Große Doppelausstellung "Kunst und Bohéme - Ernst Moritz Engert, Franz S. Henseler" im "Rheinischen Landesmuseum" in Bonn. Zur Ausstellung erscheint eine Monographie von Joachim Heusinger von Waldegg.
 
1978
Stiftung einer Auswahl seiner Arbeiten aus dem Gesamtwerk an die Stadt Limburg/Lahn.
 
1979
Ausstellung "Die Rheinischen Expressionisten - August Macke und seine Malerfreunde" in Bonn im Städtischen Kunstmuseum. Engert ist mit 50 frühen Arbeiten vertreten. Es erscheint ein umfassender Katalog.
 
1980
Eröffnung des "Ernst Moritz Engert - Museum" in Hadamar, es erscheint ein Katalog von Karl Wyrwoll.
Erste Ausstellung der "Stiftung E. M. Engert" in Limburg/Lahn.
 
1981
Übersiedlung zu seiner Tochter Ursula nach Lich in die "Dippemühl" zusammen mit seiner Schwester Dora.
 
1984
Zum 100. Geburtstag von Joachim Ringelnatz erscheint eine Sonderbriefmarke mit der von Engert geschnittenen Bildnissilhouette.
 
1985
Die "Kunstsammlungen der Stadt Limburg" werden mit der Sonderausstellung "Engert und das Theater" eröffnet. Es erscheint ein umfassender Katalog.
 
1986
Engert stirbt am 14. August in Lich und wird in Hadamar beigesetzt.