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Eigene Sammlungen

Neben der „Stiftung Ernst Moritz Engert“ und dem „Nachlass Josef Eberz“ umfasst der Kunstbesitz der Stadt Limburg Exponate von mehr als 40 Künstlern und Künstlerinnen. Dies beinhaltet Werke, die Künstler und Künstlerinnen der Stadt Limburg geschenkt haben oder die die Stadt Limburg durch Ankäufe erworben hat. Unterstützt wurde der Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn bei diesen Ankäufen durch die Limburger Wirtschaft, privates Mäzenatentum und den 1980 gegründeten "Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V". Zu diesen Sammlungen sind bisher mehrere Kataloge erschienen, die entweder als Gesamtübersicht oder für einen Einzelkünstler konzipiert wurden. Heute umfasst der städtische Kunstbesitz mehr als 3500 Werke.

Ernst Moritz Engert

Im Gegenlicht - Ein Schattenbild

Die Stiftung Ernst Moritz Engert bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn wurde 1978 vom Künstler selbst gegründet. Sie umfasst heute 930 Kunstwerke, hauptsächlich Scherenschnitte, aber auch Zeichnungen und grafische Blätter. Werke aus der Stiftung sind ständig im 2. Obergeschoss der „Kunstsammlungen der Stadt Limburg“ ausgestellt. Durch Bestandskataloge wird Leben und Werk des Künstlers dokumentiert.

Ernst Moritz Engert gilt als anerkannter Meister der Scherenschnittkunst des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1892 in Japan als Sohn eines deutschen Bankiers geboren. Um 1902 kehrte die Familie nach Deutschland zurück. 1907 begann er – angeregt durch einen Jahrmarktbesuch in Rinteln – mit der Schere und schwarzem Papier zu arbeiten. Nach sporadischem Kunststudium in München von 1907 - 1909 lebte er abwechselnd in München, Berlin, Bonn und Darmstadt und machte sich als Scherenschneider durch expressive Silhouetten und Grafiken in bekannten Künstlerkreisen einen Namen. So fand er Aufnahme in den renommierten Kreis der Rheinischen Expressionisten um August Macke in Bonn und in die Darmstädter Sezession, für die er das noch heute verwendete Signet, den „Bogenschützen“ schnitt.

Ernst Moritz Engerts Oeuvre umfasst Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Stift- und Pinselzeichnungen, aber vor allen Dingen Scherenschnitte. Mit der Schere schuf er Buchillustrationen, Märchen-, Tier- und Pflanzenmotive und weit über zweitausend Portraits. Doch die größte Schaffensperiode seines Lebens gehörte dem Theater. Von 1918 bis ca. Mitte der 1920er Jahre widmete sich Ernst Moritz Engert der Tradition der Schattenspielkunst. Er gestaltete Schattenfiguren auf Papier, die Ausganspunkt oder Vorentwurf für die aus Sperrholz ausgesägten Figuren waren. Die schon 1928 geleistete Arbeit für die Bonner Printmedien setzte er von 1934 bis 1942 in Berlin fort. Im Auftrag verschiedener Tageszeitungen besuchte er Theaterpremieren der kleinen und großen Bühnen in Berlin, hielt Szenen als Scherenschnitt fest und komplettierte so die Berichterstattungen der damaligen Berliner Medienwelt. In den 1950er und 1960er Jahren schuf Engert für die Spielschar der Tilemannschule in Limburg Bühnenbilder, Kostüme und Plakate.

Von 1945 bis zu seinem Umzug nach Lich bei Gießen zu seiner ältesten Tochter Ursula im Jahr 1981, lebte und arbeitete er in Hadamar. 1986 starb Engert in Lich und wurde in Hadamar beigesetzt.

2017 im Ernst Moritz Engert-Raum

Ab dem 25. März 2017 wird parallel zu den Wechselausstellungen im Ernst Moritz Engert-Raum die Ausstelung "Ernst Moritz Engert: Theaterblätter" gezeigt. Die Eröffnung findet am Freitag, 24. März 2017 um 19 Uhr statt.

Zur Ausstellung
Engerts Oeuvre umfasst Holzschnitte, Lithografien, Radierungen, Stift- und Pinselzeichnungen und vor allen Dingen Scherenschnitte. Er schuf in der Scherenschnittkunst Buchillustrationen, Märchen-, Tier- und Pflanzenmotive und weit über zweitausend Porträts. Doch die größte Schaffensperiode seines Lebens gehörte dem Theater.

In den 1900-zwanziger und -dreißiger Jahren besuchte Engert regelmäßig Premieren erst in Bonn (um 1930) und dann in der Welt-Theaterstadt Berlin (ca. 1932-1942). Er skizzierte Szenen zu den Bühnenwerken und Porträts der Schauspielerinnen und Schauspieler. Dabei erfasste er sowohl das Wesentliche der Inszenierung als auch die charakteristischen Merkmale der Hauptprotagonisten mit einfachen Bleistiftstrichen. Noch in der Nacht entwickelte er daraus exakte Zeichnungen, die ihm als Vorlage für die Scherenschnitte dienten. Damit wurden dann die Theaterkritiken in den bedeutenden Tageszeitungen der Städte illustriert. Zu den kleinen Kunstwerken mit der Schere gesellten sich die Inszenierungsbesprechungen von so bekannten Theaterkritikern wie Alfred Kerr und Herbert Ihering. So ging am Morgen nach der Premiere für den Theaterbesucher der Vorhang noch einmal auf.

Neben den Schauspieler-Porträts und Theaterszenen sind in der Ausstellung Entwürfe für Schattenspielfiguren zu sehen, die hauptsächlich aus der Zeit des I. Weltkriegs stammen.
Infolge seiner Kriegsverletzung war Engert nicht mehr fronttauglich. Deshalb wurde er nach München zur „Künstlerischen Figurenbühne“ des 1. Ersatzbataillons des 2. Bayerischen Infanterieregiments abkommandiert. Engert freute sich darüber, lebte er doch zu dieser Zeit mit seiner Familie in München. Engert entwarf die Plakate, die Bühnendekorationen und die Figuren für mehrere Schattenspiele. 

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dieser Schaffensperiode Engerts. Der gleichnamige Bestandskatalog wird zum Preis von 5,00 € in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg angeboten.

Veröffentlichungen zu Ernst Moritz Engert
 
Im Gegenlicht - ein Schattenbild
2. Auflage 2010 / ISBN 3-9802789-1-3 / Preis: 9,50 €

Briefe von Pappi aus dem Tiech an Uti
Briefe und Zeichnungen / ISBN 978-3-936162-03-5 / Preis: 6,00 €

Engert Figürliche Scherenschnitte und Hunt Diederich, Scherenschnitte in Zusammenarbeit mit Ernst Moritz Engert
2002, ISBN 978-3-936162-00-4 / Preis: 5,00 €

Theaterblätter
Scherenschnitte/Grafik / ISBN 978-3-936162-06-6 / 5,00 €

Boheme in München und Berlin
Scherenschnitte/Grafik, 1990 / Preis: 3,00 €

Expressionismus in Bonn und Darmstadt
Engert und seine Künstlerfreunde, 1987 / vergriffen

Josef Eberz

Sarajevo, Ölgemälde auf Leinwand, 1923, Josef Eberz

Die „Sammlung Josef Eberz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ wurde im Jahr 1979 mit dem Kauf des Ölgemäldes „Der Fall unter dem Kreuz“ aus dem Jahr 1917 ins Leben gerufen. Bereits ein Jahr später kaufte die Stadt Limburg den Nachlass des Künstlers mit dreihundert Einzelarbeiten aus allen Schaffensperioden von seiner Schwägerin Lucia Eberz. Durch weitere Ankäufe hat die Stadt Limburg bis heute die umfangreichste Sammlung dieses bedeutenden expressionistischen Malers in Deutschland aufgebaut, dessen Name und Werk in den ersten drei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts gemeinsam mit Künstlern wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Emil Nolde oder Richard Seewald publiziert wurde. Die Sammlung umfasst neben dem Nachlass von Josef Eberz 196 Aquarellen seiner Frau Gertrud Eberz-Alber. Durch Bestandskataloge sind Leben und Werk des Künstlers und das seiner Frau dokumentiert.
 
Josef Eberz wurde 1880 in Limburg geboren. Er war von 1907-1912 Meisterschüler von Adolf Hölzel an der Kunstakademie in Stuttgart. Hier lernte er auch seine Frau, ebenfalls Meisterschülerin bei Hölzel, kennen. Sie heirateten 1917 in Wiesbaden. Sein expressionistisches Hauptwerk im Bereich der profanen Kunst entstand zwischen 1912 und 1925. Es ist thematisch stark durch seine ausgedehnten Studienreisen u. a. nach Italien und Dalmatien geprägt.
 
Ab 1925 beschäftigte er sich fast ausschließlich mit der Ausgestaltung von Kirchen – Fresken, Mosaike, Glasfenster. Diese Arbeiten spiegeln die Entwicklung in der kirchlichen Kunst der 1920er und 1930er Jahre wieder: sich von Altem zu lösen und insbesondere den Expressionismus in die sakrale Kunst zu integrieren. Durch die Einflüsse des Nationalsozialismus und den frühen Tod von Josef Eberz im Jahr 1942 geriet sein Werk fast völlig in Vergessenheit. 

Erweiterung der Stiftung
Wiltrud Schiller - die Nichte von Lucia Eberz - hat der Stadt Limburg Werke von Josef Eberz und ein Aquarell seiner Frau Gertrud Eberz-Alber für den städtischen Kunstbesitz am 17. April 2015 geschenkt. Insgesamt wurden 75 Originale sowie Dokumente - Zeitungsartikel, Briefe, Ausstellungsunterlagen - in den „Nachlass Josef Eberz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ aufgenommen. Mit der aktuellen Schenkung ist die Stadt Limburg im Besitz von über 800 Arbeiten des Ehepaars.

Veröffentlichungen zu Josef Eberz
 
Arbeiten für Pressen und Verlage
2005, Druckgraphisches Werkverzeichnis, ISBN 978-3-936162-04-2, Preis: 6,00 €
 
Bau- und raumbezogene Arbeiten
1997, Malerei/Grafik, ISBN 978-3-9802789-5-9, Preis: 6,00 €
 
Gemälde, Aquarelle, Graphik
1994, Malerei/Grafik, ISBN 978-3-9802789-4-2, Preis: 6,00 €
 
In Italien
1990, Malerei/Grafik, Preis: 5,00 €

Die Publikation „Josef Eberz: Graphische Zyklen“ ist vergriffen. 

und außerdem

Erhard Theodor Astler 

Limburger Altstadt, Aquarell, 1957, Erhard Theodor Aslter

Erhard Theodor Astler (geb. am 25. Juli 1914 - Leipa/Nordböhmen, gest. am 18. Oktober 1998 - Isny/Allgäu) wird gerne als Limburger Maler bezeichnet, obwohl seine Heimat eine andere war. Aber aus seinen Werken, aus der Liebe, mit der er immer wieder die Stadt Limburg und ihre Umgebung darstellte, ist zu erkennen, wie sehr er sich dieser „zweiten Heimat“ verbunden fühlte.
 
Astler war ein vielseitig begabter Künstler. Glaskunst studierte er in Haida, Gebrauchsgrafik und Malerei nacheinander an der Kunstgewerbeschule Prag und der Akademie für Bildende Künste in Prag. Hier war er Meisterschüler von Prof. Hönich. 1938 erwarb die Prager Staatsgalerie acht Arbeiten des erst 24jährigen Künstlers. 1947 verließ Astler die Tschechoslowakei und gelangte über Kitzingen nach Hadamar, wo er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Glasfachschule innehatte. 1980 verließ er seinen Wohnort Dietkirchen und zog nach Isny, wo er 1998 nur zwei Wochen nach seiner Frau starb.
 
Die west-östlichen Kulturüberlagerungen im alten Prag prägten Astlers künstlerisches Werk bis zu seinem Lebensende. Sein Stil ist stark im Realismus verankert und immer von spät-impressionistischen Tendenzen geprägt. Das faszinierende Erlebnis, in der freien Natur zu malen, das seit dem Impressionismus so viele Künstler begeisterte, fesselte ihn immer wieder. Seine Motive fand er dabei sowohl in entlegenen Landschaften als auch direkt vor seiner Haustür.
 
Karl Baumann 

Heuernte, Holzschnitt, 1947, Karl Baumann

Karl Baumann studierte ab Mitte der 1930er Jahre in Berlin Garten- und Landschaftsbau (Abschluss mit dem Diplom „Gärtner-Meister“). Parallel dazu studierte er an der Kunsthochschule in Berlin – Charlottenburg. Sein Lehrmeister, Prof. Otto Freytag, war richtungsweisend für seinen künstlerischen Werdegang. 1938 kostete ihn seine Opposition zur Hitlerjugend seinen Platz an der Kunsthochschule.

Von 1939-1945 war er als Soldat im Fronteinsatz mit nachfolgender Kriegsgefangenschaft in Russland. Nach Kriegsende begann er, hauptsächlich in den grafischen Techniken des Holzschnitts und der Radierung zu arbeiten. Dabei war Holz sein liebster Werkstoff. Bevorzugt setzte er in diesen Techniken religiöse Motive, zeitbezogene figürliche Darstellungen und Pflanzen-abbildungen um. Beeinflusst durch die Kriegsereignisse und die Kriegsgefangenschaft, treten uns die Motive ungeschönt und unmittelbar mit expressiver Ausdruckskraft entgegen. Im Gegensatz dazu stehen seine stimmungsvollen Landschafts-Pastelle.

Seit 1984 lebte er wieder in seiner Heimatstadt Diez und richtete sein Atelier im Haus Eberhard ein. 1995 wurde ihm der Kulturpreis der Stadt Diez verliehen. Er hatte sich unermüdlich für die Entstehung eines Fritz-von-Unruh Denkmals eingesetzt und legte dafür einen Relief-Entwurf vor. Das Denkmal lag ihm am Herzen, da er in der Nachkriegszeit dem Freundeskreis dieses im Exil lebenden Dichters und Pazifisten angehört hatte. Aus dieser Verbindung hat er - nach eigener Aussage - nachhaltige Impulse für sein Kunstschaffen geschöpft. Einen Monat vor seinem plötzlichen Tod wurde er seitens der Stadt Diez noch mit der Bürgermedaille geehrt. Er verstarb am 4. Oktober 1997 in Diez.

1987 schenkte Karl Baumann der Stadt Limburg acht Arbeiten. Dank des Interesses der Familie Baumann am kulturellen Leben der Stadt Limburg und des Engagements von Dr. Wernfried Schreiber, Kenner des Werks von Baumann, erhielt die Stadt im Mai 2000 weitere 34 Werke des Künstlers, darunter Baumanns bedeutendste Holzschnittarbeit, den Zyklus „Kreuzweg – 14 Stationen“ für die evangelische Kirche in Frankfurt/Eschersheim, der Anfang 2001 in einer Kabinettausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg gezeigt wurde.

 
Willy Bungarten 

Limburg, Willy Bungarten

Willy Bungarten, 1876 in Bonn geboren, wuchs in einem musisch und kulturell aufgeschlossenen Elternhaus auf. Parallel zu seiner Ausbildung zum Bautechniker an der Kölner Baugewerkschule studierte er am Konservatorium in Köln Gesang. Nach Beendigung der Ausbildung an der Baugewerkschule im Jahr 1897 arbeitete er als Bautechniker in verschiedenen Architekturbüros und beschäftigte sich in seiner Freizeit mit Malerei, Bildhauerei und ging auf Studienreisen.
 
Mit seinem Bruder gründete er 1905 ein Baugeschäft mit angeschlossenem Planungsbüro. 1912 löste Willy Bungarten jedoch das Architekturbüro aus dem Unternehmen heraus und arbeitete nun nur noch als freischaffender Architekt in Bonn. Im gleichen Jahr wurde er in den Verband „Deutsche freie Architektenschaft - D.f.A.“ aufgenommen. Als dieser sich 1919 mit der „Deutschen Architektenschaft - DA“ und dem „Bund Deutscher Architekten - BDA“ zusammenschloss, wurde Willy Bungarten auch in diesen neuen Verband „Bund Deutscher Architekten - BDA“ aufgenommen. Durch seine Wettbewerbserfolge und die Qualität seiner gebauten Entwürfe wurde die Fachwelt auf ihn aufmerksam. Der Wasmut-Verlag veröffentlichte einige seiner Bonner Bauten in dem Mappenwerk „Architektur des XX. Jahrhunderts“. Eine große Architektenlaufbahn war in der Entwicklung begriffen als der Erste Weltkrieg ausbrach und die Weiterentwicklung verhinderte.
 
Willy Bungarten wurde mit der Fernmeldeabteilung einer Pioniereinheit in Lothringen (in die Nähe von Metz) stationiert. Dort lernte er Grethe Neef (20.1.1895 -10.4.1987) seine spätere Frau kennen. Nach Ende des Krieges kehrte Willy Bungarten nicht mehr nach Bonn zurück, sondern siedelte sich in Runkel an der Lahn, das er von früheren Lahnwanderungen und Malausflügen der Bonner Künstlergesellschaft „Lese“ kannte, an. Nach einer Eingewöhnungszeit, in der er rastlos zeichnete und malte, kam es in der Zeit von 1923 bis 1925 zu einer freien Mitarbeit beim Stadtbauamt in Limburg unter Stadtbaurat Gollhofer und es stellten sich erste Aufträge für Bauaufgaben ein. 1925 ging er erneut in die Selbstständigkeit und eröffnete in Runkel ein Architekturbüro. Neben einer Reihe von Einfamilienhäusern, Erweiterungs- und Umbauten von Geschäftshäusern, aber auch Geschäftshausneubauten, ist als ein Hauptwerk dieser Zeit der Neubau der Bäckergenossenschaft in der Dr.-Wolff-Straße in Limburg zu nennen. Sein steiler Aufstieg - wie im Bonn der Vorkriegsjahre - schien sich zu wiederholen, doch infolge der Wirtschaftskrise blieben weitere Aufträge aus, so dass er am 6.10.1933 wieder eine Stelle beim Stadtbauamt in Limburg annahm. Dort arbeitete er bis zum 10.3.1942 und wechselte dann, „wegen kriegsbedingter Einschränkung der Tätigkeit des Bauamtes“, zur Ausgabe der Lebensmittelkarten. Am 30.6.1943 schied er endgültig aus dem Dienst der Stadt Limburg aus. Seine Frau Grethe Bungarten, eine gelernte Schneiderin, hatte schon direkt nach der Ankunft in Runkel eine Schneiderwerkstatt eröffnet. Sie war nun in erster Linie für den Unterhalt der Familie zuständig.
 
Nach Ende des Krieges hatte Willy Bungarten noch einmal die Möglichkeit, eine Baumaßnahme durchzuführen: Den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten „Ahmend´schen Mühle“ in Runkel. Doch ehe die Baukonjunktur wieder begann, verstarb er kurz vor seinem 74. Geburtstag am 20.4.1950.
 
Willy Bungarten hat neben seinem Lebenswerk als Architekt auch ein Werk als Maler und Zeichner hinterlassen.
 
Die "Schenkung Willy Bungarten bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" wurde von Franz Josef Hamm, Architekt BdA, ins Leben gerufen. Er schenkte der Stadt Limburg am 01. Juli 2011 180 Arbeiten des Malers und Zeichners. Auszüge aus der Schenkung waren gemeinsam mit Werken aus der "Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" vom 01. Juli bis 18. September 2011 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg zu sehen. Erweitert wurde die "Schenkung Willy Bungarten bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" am 30. Oktober 2012 um die Bleistiftzeichnung „Domstraße“. Ulrike Kohlmann, die Tochter des verstobenen Hermann Joseph Schneider und Enkelin des verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt Limburg Joseph Schneider (Bürgermeister von 1945 bis 1960), hat auf Wunsch Ihres Vater die Schenkung vorgenommen.
 
Gertrud Eberz-Alber 

Garten in Rom, Aquarell auf Zeichenpapier, Gertrud Eberz-Alber

Die "Sammlung Josef Eberz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" wurde im Jahr 1979 mit dem Kauf des Ölgemäldes "Der Fall unter dem Kreuz" aus dem Jahr 1917 ins Leben gerufen. Bereits ein Jahr später kaufte die Stadt Limburg den Nachlass des Künstlers mit dreihundert Einzelarbeiten aus allen Schaffensperioden von seiner Schwägerin Lucia Eberz. Die Sammlung umfasst neben dem Nachlass von Josef Eberz 196 Aquarellen seiner Frau Gertrud Eberz-Alber. 

Gertrud Eberz-Alber wurde 1879 in Münsingen geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Bad Cannstatt. Gertrud Eberz-Alber wurde an der Stuttgarter Akademie künstlerisch ausgebildet und war von 1910 bis 1913 Meisterschülerin von Adolf Hölzel. Hier lernte sie auch ihren späteren Mann Josef Eberz kennen und heiratete ihn 1917 in Wiesbaden. Ab 1920 folgten unter anderem Studienreisen nach Assisi, Amalfi, Lipari und Paris. Das neue Lebensumfeld beflügelte die Kreativität der Malerin. Sie hielt die neu gewonnenen Eindrücke fest, vertiefte ihre Technik und spielte mit den Farben und gab ihren Bildern so eine besondere Note: Leuchtkraft und Lebendigkeit dominieren die Aquarelle der Künstlerin.
 
Nach den Reisejahren ließ sich das Ehepaar in München nieder.
Mit der Kunstbarbarei der Nationalsozialisten, von der vor allen Dingen ihr Mann betroffen war, wurde es auch für sie immer schwerer auszustellen und sich weiter zu entwickeln. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs kamen immer mehr Beschränkungen hinzu. Josef Eberz, der stark unter den politischen und kulturellen Bedingungen litt, verstarb 1942, und Gertrud Eberz-Alber kehrte nach Stuttgart zurück. Hier konnte sie – von Arthrose geplagt – kaum noch malen. Völlig vereinsamt und verarmt starb sie 1955 in einem Altenpflegeheim in Stuttgart. 

Erweiterung der Stiftung
Wiltrud Schiller - die Nichte von Lucia Eberz - hat der Stadt Limburg Werke von Josef Eberz und ein Aquarell seiner Frau Gertrud Eberz-Alber für den städtischen Kunstbesitz am 17. April 2015 geschenkt. Insgesamt wurden 75 Originale sowie Dokumente - Zeitungsartikel, Briefe, Ausstellungsunterlagen - in den „Nachlass Josef Eberz bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ aufgenommen. Mit der aktuellen Schenkung ist die Stadt Limburg im Besitz von über 800 Arbeiten des Ehepaars.
  
Rudolf Fuchs 

Blick zum Schafsberg in Limburg, Ölgmälde, 1969, Rudolf Fuchs

Rudolf Fuchs wurde am 03. Aug. 1898 in Diez geboren. 1911 machte er sein Abitur in Frankfurt/Main und studierte dort auf Wunsch seines Vaters einige wenige Semster Kunstgeschichte, wechselte aber bald zur Kunstakademie nach München und war Schüler von Prof. Dr. Karl Becker-Gundahl von 1911 - 1916. Nach Kriegsende heiratete er die Wiener Malerin Hilda Jellinek und lebte in Obernhof/Lahn. Hier wurde 1920 seine einzige Tochter Helgard geboren.
 
1934 kehrte er mit seiner Familie nach Diez zurück. Es entstanden Fresken an verschiedenen Diezer Häusern, die heute noch zu bewundern sind. 1934/35 war er maßgeblich an der Freilegung und Restaurierung der Fresken im Limburg St. Georgsdom beteiligt. Dabei hinterließ er, nach Vorbild alter Meister, eine Selbstdarstellung, die erst bei der Restaurierung 1986 hoch oben im Vierungsturm entdeckt wurde.
 
Bis 1944 lebte die Familie in Bonn, um sich dann endgültig in Diez anzusiedeln. Bis zu seinem Tod am 20.01.1985 malte und druckte er hier seine begehrten Bilder und Radierungen. Darüber hinaus entwarf er viele Fresken und Mosaike und schuf Buntglasfenster. Auch für sein schriftstellerisches Können wurde er in dieser Zeit bekannt. Er war auch ein begeisterter Briefschreiber, der seine Schriftwechsel reich bebilderte.
 
Am 28. Aug. 1980 ließ er der Stadt Limburg 60 Arbeiten durch Josef Dechsler als Schenkung übergeben. Sie ist Grundlage der "Schenkung Rudolf Fuchs bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn". Die Schenkung wurde durch fünf Arbeiten und ein Buch von Ilse Hammerschlag, Liesel Hammerschlag und Margrit Schulz, durch 20 Radierungen von Heinz Meckel sen., drei Radierungen von Dr. Eduard Tenbaum und drei Feder-Tuschezeichnungen aus privater Hand erweitert. Im Juni 2010 übergab Herr Thomas Weichert aus Frankfurt 15 Radierungen und eine Anzahl von Dokumenten – Briefe und Postkarten – von Rudolf Fuchs an die Leiterin des städtischen Kulturamts Irene Rörig, zur Ergänzung und Erweitung der „Schenkung Rudolf Fuchs bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“. Die "Schenkung Rudolf Fuchs bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" wurde am 30. Oktober 2012 um die Radierung „Kloster Arnstein“ und ein illustriertes Büchlein „Die Fahrt zum Kornmarkt in Hadamar“ erweitert. Ulrike Kohlmann, die Tochter des verstobenen Hermann Joseph Schneider und Enkelin des verstorbenen Ehrenbürgers der Stadt Limburg Joseph Schneider (Bürgermeister von 1945 bis 1960), hat auf Wunsch Ihres Vater die Schenkung vorgenommen.
 
Anlässlich seines 100. Geburtstags ehrten ihn die Städte Limburg und Diez mit zwei Ausstellungen und einem gemeinsamen Katalogbuch "Rudolf Fuchs - Ein Lebenswerk". Die Publikation ist vergriffen.
 
Josef Kiefer

Dom im Nebel, Ölgemälde, 1955, Josef Kiefer

Josef Kiefer wurde am 02. September 1906 in Wilsenroth geboren.
 
Er absolvierte zwar eine kaufmännische Berufsausbildung, aber seine Liebe galt der Kunst. Ab 1925 strebte er daher parallel zu seinem Berufsleben eine künstlerische Ausbildung an. In einer Berliner Kunstschule belegte er mehrere Lehrgänge bei Professor Danneberg und intensivierte seine Selbststudien. Nach Kriegende konnte er 1946 seinen Traum verwirklichen und begann erfolgreich als freier Maler und Grafiker zu arbeiten. Kiefer bevorzugte keine bestimmte Technik. Er malte in Öl und Aquarell, fertigte Federzeichnungen, Linol- und Holzschnitte und verwandte Lithografie und Siebdruck.
 
Von 1953 bis 1965 war Josef Kiefer als Kunsterzieher an der Marienschule in Limburg tätig. Hier eröffnete er vielen jungen Menschen den Zugang zur bildenden Kunst und leitete seine Schülerinnen an, auf dem Gebiet selbst kreativ zu sein.
 
Am 20. August 1965 verstarb Josef Kiefer in Dernbach.
 
Die Stadt Limburg ehrte Josef Kiefer im April 1986 mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg.
 
Am 2.9.1986 schenkten seine Witwe Olga Kiefer und sein Sohn Hans-Joachim Kiefer für den Kunstbesitz der Stadt Limburg vier Werke. Die Ergänzung dieser Schenkung wurde am 2.9.2006 vorgenommen. Hans-Joachim Kiefer schenkte der Stadt Limburg im Rahmen einer Feierstunde zum 100. Geburtstag von Josef Kiefer vier weitere Werke für den städtischen Kunstbesitz.
 
Bruno Müller-Linow 

Herrenbildnis, Ölgemälde, Bruno Müller-Linow

Bruno Müller-Linow wurde am 31. Juli 1909 in Pasewalk/Pommern geboren. Er wuchs in Berlin auf und stellte nach seinem Besuch der Staatlichen Kunstschule Berlin von 1927 - 1932 seine Werke in der Berliner Sezession aus. Von 1934 - 1976 übte Müller-Linow verschiedene Lehrämter aus und war ab 1956 an der Technischen Hochschule in Darmstadt beschäftigt. 

Bekannt wurde er durch Ausstellungen in Koblenz, Trier, Kleinich und als Gestalter von Glasfenstern. Viele seiner Arbeiten sind in Museumsbesitz (Bayerische Staatsgalerie, Nationalgalerie Berlin). Studienreisen, die ihn u. a. nach Frankreich und Holland führten, gaben ihm, wie seine Wahlheimat der Hunsrück, starke Anregungen für seine künstlerische Arbeit. 

An Weihnachten 1981 schenkten Die Grünen der Stadt Limburg zwei Radierungen, und 1999 schenkte der Weilburger Kunstsammler Viktor Boxan der Stadt ein Ölgemälde, jeweils für den städtischen Kunstbesitz.

 
Josef Müller-Pauly 

Domvikarie, Aquarell, 1978, Josef Müller-Pauly

Josef Müller-Pauly wurde am 14. Februar 1917 in Köln geboren und wuchs in Hintermeilingen (Westerwald) und Lignitz (Schlesien) auf. 1933 - 1937 studierte er als Meisterschüler von Prof. Eugen de Wald Theatermalerei. Seine berufliche Karriere begann er als Theatermaler am Stadttheater in Lignitz. Josef Müller-Pauly war damit in der glücklichen Lage, Beruf und Hobby verbinden zu können. Einen eigenen, typischen Stil entwickelte er aber erst nach seiner Pensionierung als Bühnenmaler.
 
Seine berufliche Karriere wurde - wie bei so vielen anderen - durch den Krieg unterbrochen. Nach Kriegsende trat er dem Hessischen Künstlerbund in Frankfurt bei. Zu dieser Zeit begann er, sich auf Aquarelle "reiner englischer Art" zu spezialisieren.
 
Nach Lebensstationen in Frankfurt, Regensburg und Bad Godesberg zog er zurück in den Westerwald, nach Beselich-Niedertiefenbach. Hier, in der landschaftlich schönen Lage, entstanden reizvolle Aquarelle der imposanten Landschaft des Umlandes und von Limburg. Die Limburger Altstadt gehörte zwei Jahre zu seinen bevorzugten Motiven. Liebevoll blickte er in die Winkel und Gassen hinein und entdeckte dabei faszinierende Motive. Immer malte er vor Ort und war daher den Limburgern ein „guter Bekannter“ im Stadtbild.   

Der Grundstein für die „Stiftung Josef Müller-Pauly bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ wurde 1980 mit dem Ankauf von sechs Aquarellen und einer von Josef Müller-Pauly geschenkten Arbeiten gelegt. 1993 schenkte Josef Müller-Pauly der Stadt Limburg weitere 30 Aquarelle für den städtischen Kunstbesitz. Weitere Schenkungen von Privatpersonen folgten. Im Jahr 2014 schenkte Ingrid Scholl der Stadt Limburg weitere neun Werke des Malers. André Schwarz, der Neffe von Josef Müller-Pauly, hat der Stadt Limburg ebenfalls im Jahr 2014 weitere 16 Werke des Künstlers geschenkt. Nunmehr besitzt die Stadt Limburg 65 Arbeiten des Malers.

Werke des Malers wurden 1985, 1987 und 1992 in Einzelausstellungen in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg gezeigt und fanden sich in vielen Gruppenausstellungen rund um den Kunstbesitz der Stadt Limburg im städtischen Ausstellungshaus wieder.

Am 10. August 1994 verstarb Josef Müller-Pauly plötzlich in Niedertiefenbach.   
 
Klaus Panzner 

Walderdorffer Hof, um 1991, aquarellierte Radierung, Klaus Panzner

1943 wurde Klaus Panzner in Dresden geboren. Von 1964 bis 1967 besuchte er die WKS in Wiesbaden und von 1967 bis 1969 die Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Seit 1970 bespielt er Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Klaus Panzner ist seit 1989 mit dem Ateliermobil unterwegs, um seine Motive in der für ihn typischen Mal- und Zeichentechnik im Tiefdruck vor Ort festzuhalten
 
Das Thema der Arbeiten von Klaus Panzner ist die Welt, die wir uns bauen - von der wir leben. Als adäquates bildnerisches Ausdrucksmittel dient ihm die aquarellierte Radierung - das traumhafte ineinanderfließen des Aquarells über dem Schwarz/Weiß, das wie ein erhaschendes Zeichnen der unfassbaren Wirklichkeit erscheint.
 
1975 kam Klaus Panzner mit seiner spanischen Frau Olvido Solar nach Limburg. Die vorbildliche Altstadtsanierung war für sie der Auslöser, weil sie darauf abzielte, dieses Gebiet als Wohn- und Lebensraum zu erhalten. In einer solchen Umgebung wollten sie leben, einer Atmosphäre des Bewahrens und nicht Zerstörens, des sozialen Lernens und Zusammenlebens. Bis 1986 verband sie eine Ateliergemeinschaft. Sie unterhielten am Fischmarkt 9 die Galerie No, No Press und die Edition No. Der Name war aus den Anfangsbuchstaben der beiden Künstler und Restauratoren entstanden: N wie "NADA" (spanisch = Nichts, der damals von Klaus Panzner verwendete Künstlername) und O wie Olvido. NO PRESS druckte und Edition No verlegte ihre Arbeiten.
 
Seit Ende der achtziger Jahre signiert Klaus Panzner seine Arbeiten mit "Ojo" (Spanisch = Das Auge).

Klaus Panzer verstarb am 31. Juli 2016 in Bayern.
 
Franz Politzer 

Die Flut der Läuterung aus dem Zyklus Sieg der Natur (Zyklus von einer Radierung und sechs Farbradierungen mit Text von Florian Marzin), Franz Politzer

Franz Politzer wurde am 2. Mai 1950 in Wien geboren. Nach dem Abitur studierte er zwei Jahre Geologie und schrieb sich dann an der Akademie der bildenden Künste in Wien für den Fachbereich Malerei ein. Fünf Jahre studierte er in der Meisterklasse von Professor Walter Eckert und beendete 1975 sein Studium mit Diplom. Seit dieser Zeit ist er als freischaffender Künstler tätig.
 
Schon während seiner Studienzeit fand sein künstlerisches Schaffen Anerkennung. So erhielt er 1972 den Förderpreis beim Herzmansky-Druckgrafik-Wettbewerb in Wien und 1974 den Preis der Bundeshauptstadt Wien beim Österreichischen Grafikwettbewerb in Innsbruck.
 
Politzer hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, u. a. in Wien, Graz, Linz, Frankfurt, München, Bonn, Bensheim, Koblenz, Wiesbaden, Köln, Hamburg, Wittlich, Berlin, London, Cambridge und Washington.
 
Auch in Limburg und Umgebung ist er kein Unbekannter. In den 1980er Jahren lebte er in Langenscheid und Diez. Sein künstlerischer Lebensmittelpunkt lag aber in Limburg. In der Domstadt fanden bis jetzt fünf Ausstellungen mit Arbeiten Politzers statt. 1981 im Walderdorffer Hof, 1983 und 1986 in der Galerie Phönix und 2000 und 2009 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg.
Die „Schenkung Franz Politzer bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ umfasst 50 grafische Arbeiten. Der Grundstein wurde 2004 von Politzer selbst gelegt. Am 07. Mai schenkte er der Stadt Limburg zwei Radierungen: „Das letzte Bauwerk“, 1981 und „Limburg“, 1981. Erweitert wurde die Schenkung im Jahr 2008. Die Firma Rudolf Schuy GmbH & Co-KG schenkte der Stadt Limburg 11 Zyklen mit insgesamt 47 Radierungen und Farbradierungen, die zwischen 1980 und 1991 entstanden sind.
 
Am 24. April 2009 – bei der Eröffnung der Ausstellung „Zwischenblick – Franz Politzer, Grafische Zyklen 1920 – 1991 und neue Arbeiten“ - wurde die Schenkung um eine weitere Arbeit ergänzt. Franz Politzer schenkte der Stadt Limburg die Farbradierung „Ergänzende Brücken“ aus dem Jahr 2005.

Am Freitag, 11. September 2015 übergab Politzer die Vierfarbradierung „Der versammelte Tag“ bei der letzten Ausstellungseröffnung im Jubiläumsjahr "30 Jahres Kunstsammlungen der Stadt Limburg" an das städtische Ausstellungshaus. Ein besonderer Dank geht an Hans-Joachim Krämer, Förderverein Bildende Kunst Limburg e. V., der die Farbdrucke aus dem Entstehungsprozesses des Werks beisteuerte.

Politzers Bilder sind geprägt von auffälligen Konstellationen in der Landschaft. Aus mehreren oder vielen dieser Eindrücke extrahiert Politzer das Gemeinsame und inszeniert daraus seine ausgefeilten Kompositionen. Niemals geben seine Arbeiten konkrete Situationen wieder und doch meint der Betrachter Bekanntes - eventuell sogar vorher Gesehenes - in ihnen zu erkennen.
 
Seit 1991 lebt und arbeitet Franz Politzer in Millstatt, Österreich.   
 
Adam Wolf 

Georgsbrunnen, Ölgemälde, 1955, Adam Wolf

Adam Wolf wurde am 27. März 1893 in Hochheim am Main geboren. Er verstarb am 15. Juli 1968 in Hausen/Westerwald. Sein Grab ist in Obernburg am Main im Familiengrab Schollmayer-Wolf.
 
Nach seiner Ausbildung als Dekorationsmaler in Wiesbaden wurde er im Mai 1915 zum Kriegsdienst einberufen und im September 1915 in der französischen Champagne schwer verwundet. Nach langem Krankenhausaufenthalt in Frankreich wurde er 1916 in der Schweiz interniert. Bewirkt durch ein Gesuch an die Deutsche Gesandtschaft in Bern wurde er im September 1917 zum Kunststudium nach Luzern „versetzt“. Hier studierte er bei den Professoren Bachmann und Moos. Sein Abschlussexamen mit der Note „Sehr gut“ legte er 1918 ab.
 
Als Oberlehrer war er an höheren Schulen in Frankfurt und Wiesbaden tätig. 1927 kam er nach Limburg und unterrichtete 36 Jahre an der Tilemannschule bis zu seiner Pensionierung 1963. In diesen Jahren entwickelte er eine tiefe Verbundenheit mit seiner Wahlheimat. Seine Portraits von Limburger Bürgerinnen und Bürgern, aus denen den Betrachter deren Wesen und Charakter ansprechen, sind ebenso Zeitdokumente wie die vielen Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus Limburg und Umgebung. Seine Arbeiten rufen bei den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Erinnerungen an „Alt Limburg“ wach, und den jüngeren eröffnen sie einen ihnen bisher unbekannten Blick auf die Stadt. Aber auch während seiner Urlaubsreisen in die Allgäuer Alpen und die Dolomiten war er rastlos tätig. Viele Ölgemälde und skizzenhafte Zeichnungen legen dafür Zeugnis ab.
 
Adam Wolf hat seine Umgebung als schier unversiegbare Quelle von sehens- und erlebenswerten Motiven empfunden, die sich besonders in seiner Liebe zur Landschaftsmalerei spiegelt. Meisterhaft verstand er es, die Schönheit der Natur abzubilden, manchmal in einem Panorama, aber auch ein einzeln stehender Baum, ein Stück Himmel oder eine Blume konnten seine Aufmerksamkeit fesseln und seine Kreativität wecken. Seine Stillleben bestechen durch die ihm gegebene Fertigkeit, neben feinsten Gräsern und zarten Blütenkelchen auch hauchdünnes, spiegelndes Glas auf Papier oder Leinwand zu bannen. Diese besondere Gabe konnte er in allen von ihm genutzten künstlerischen Techniken umsetzen. In der farbigen Gestaltung verwendete er ebenso gerne Öl- und Aquarellfarben wie Pastellkreide und Buntstift. Versiert handhabte er in seinen schwarz-weiß gestalteten Arbeiten die verschiedenen Arbeitsutensilien wie Bleistift, Tusche, Kohle, Rötel und Kreide. Einzig die Druckgrafik war nicht sein Metier und ist daher in seinem Oeuvre kaum vertreten.
 
Werke von Adam Wolf wurden 1942 im „Städel“ in Frankfurt am Main und 1944 im „Haus der Kunst“ in München ausgestellt.
 
1987 ehrte die Stadt Limburg Adam Wolf mit der Ausstellung „Adam Wolf – Ein Limburger Maler“ vom 27. November 1987 – 3. Januar 1988 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg. Der dazu erschienene gleichnamige Katalog ist vergriffen.
 
Im Rahmen der Ausstellungen „KUNST-Schenkungen an die Stadt Limburg“ vom 3. Juli – 13.September 1998 und „Schauplatz Limburg“ vom 19. März – 27. Juni 2004 war die Stiftung umfangreich mit vielen Einzelwerken sowohl in der Präsentation als auch in den gleichnamigen Katalogen sowie in der Ausstellung „25 Jahre Kunstsammlungen der Stadt Limburg“ vom 1. Oktober – 21. November 2010 vertreten. Außerdem waren Werke aus der "Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" gemeinsam mit Werken aus der "Stiftung Willy Bungarten bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" vom 01. Juli bis 18. September 2011 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg zu sehen.

1993 stifteten die Söhne von Adam Wolf, Pfarrer Heribert Wolf und Hermann Wolf, zehn Werke ihres Vaters für den Kunstbesitz der Stadt Limburg. Der Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. und die Kreissparkasse Limburg erweiterten 1996 die Stiftung durch die Schenkung eines Ölgemäldes. 2001 wurde die Stiftung um ein weiteres Pastellgemälde aus dem Besitz von Karl-Heinz Wagner, 2008 durch ein Ölgemälde aus dem Besitz von Bezirksdekan a. D. Alois Staudt und 2009 durch eine Bleistift-Kreidezeichnung aus dem Besitz der Familie Kohlmann ergänzt. Am 15. Dezember 2010 wurde die „Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ erneut erweitert. Heribert und Hermann Wolf schenkten der Stadt Limburg 521 Kunstwerke von ihrem Vater Adam Wolf. Zwei Jahre später, am 01. Oktober 2012, übergab Heribert Wolf der Stadt Limburg sechs Ölgemälde, 67 Skizzenblätter und eine Mappe mit Dokumenten (49 schwarz/weiß Fotografien von Gemälden und Zeichnungen) von Adam Wolf und zwölf schwarz/weiß Fotografien von Gemälden und Zeichnungen von Gustav Behre für die Stiftung. Hermann Michel erweiterte die "Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn" am 11. April 2013 um 13 Arbeiten. Pfarrer i. R. Heribert Wolf hat der Stadt Limburg am 07. Mai 2013 erneut Werke seines Vaters für den städtischen Kunstbesitz geschenkt. Insgesamt werden 27 Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde in die „Stiftung Adam Wolf bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn“ aufgenommen. Aktuell umfasst die Stiftung mehr als 600 Kunstwerke.