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Geschichte des Preises

Der Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn schreibt seit 1996 in gemeinsamer Trägerschaft mit dem Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. und freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Limburg den Kunstpreis der Stadt Limburg aus. Der Preis, der unter einem bestimmten Thema jährlich bundesweit ausgeschrieben wird, ist mit 5.000,00 € dotiert und einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden.

Künstlerinnen und Künstler sind aufgefordert, sich mit einem eigenen Ausstellungskonzept zu bewerben, in dem sich das gestellte Thema widerspiegelt. Das prämierte Projekt wird von Ende September bis Ende November eines jeden Jahres in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg vorgestellt.

Die Themenfestlegung und Auslobung des Preises erfolgt durch eine fünf Personen umfassende Jury: Johannes Bröckers, Journalist // Dr. Gabriel Hefele, Kunsthistoriker // André Kramm, Vorsitzender des Förderkreises Bildende Kunst Limburg e. V. // Prof. Eckhard Kremers, Künstler // Irene Rörig, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg.

Ziel des Preises

Ziel des Preises ist es, durch das Preisgeld und die Ausstellung Künstlerinnen, Künstlern und Künstlergruppen die Möglichkeit einzuräumen, eigene, bereits vorhandene oder neue Vorstellungen und Werke mit der gestellten Thematik zu verbinden, daraus ein individuelles Ausstellungskonzept zu entwickeln und damit an die Öffentlichkeit zu treten.

Bisherige Preisträger

Kunstpreis der Stadt Limburg 2017
(ZeitSprünge) / KOSCHIES

Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2017, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 15. September – 12. November 2017 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „ZeitSprünge“ ausgeschrieben. 

Insgesamt bewarben sich 41 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträgerinnen 2017: Künstlerpaar Koschies aus Potsdam. 

Begründung: „Transformation und Bewegung - Die Fotografien der KOSCHIES erzeugen – in einer Zwischenwelt von Fotografie und Film - eine ganz neue, innerhalb eines Zeitkontinuums angesiedelte Realität. Während die herkömmliche Fotografie in aller Regel eine in Höhe und Breite definierte Zeitsequenz festhält und dokumentiert, arbeiten die KOSCHIES mit einer speziellen Schlitzkamera. Alles Unbewegte, Ruhende wird auf den Bildern von KOSCHIES nicht oder nur bis zur Unkenntlichkeit deformiert dargestellt und erscheint als durchgehender Streifen oder als Linie. Im Gegensatz dazu wird alles, was sich vor dem Schlitz analog zu der Aufnahmegeschwindigkeit der Kamera bewegt, figurativ abgebildet. Aus einem zeitlichen Nacheinander wird so ein räumliches Nebeneinander.
Faszinierende Ästhetik - So entstehen faszinierende zweidimensionale Bilder mit ungewöhnlicher Ästhetik, die mit konventionellen Sehgewohnheiten brechen und Zeit in ihrer horizontalen Ausdehnung sichtbar machen. Die KOSCHIES selbst bezeichnen diese Arbeit als „Sichtbarmachung der vierten Dimension“. Die ungewöhnlichen Schwebezustände, Dopplungen und Verformungen in ihren Bildern basieren dabei ausdrücklich nicht auf digitaler Manipulation, sondern bedingen sich durch den von KOSCHIES gestalterisch instrumentalisierten Einfluss der Zeit bei der Aufnahme selbst und dokumentieren so deren Verlauf.“

Die Ausstellung zum Kunstpreis der Stadt Limburg wurde mit öffentlichen Führungen ergänzt: Am Samstag, 16.09.2017 und am Sonntag, 17.09.2017, jeweils um 14 Uhr. Bei den Führungen hatten die Gäste die Möglichkeit, vom Künstlerpaar KOSCHIES mehr über ihre Arbeitsweise und die Ausstellung zu erfahren. Die Führungen waren kostenfrei. Und wer KOSCHIES kennen lernen wollte, hat dazu am Sonntag, dem 12. November 2017 die Gelegenheit. Das Künstlerpaar war zur Finissage an diesem Tag von 13 bis 17 Uhr vor Ort und freute sich auf das Treffen mit Interessierten. Um 14 Uhr luden die Künstler noch einmal zu einer Führung ein.

Kunstpreis der Stadt Limurg 2016
(flüchtig) / Saeed Foroghi

Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2016, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 23. September – 13. November 2016 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „flüchtig“ ausgeschrieben. 

Insgesamt bewarben sich 129 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträger 2016 ist Saeed Foroghi aus Berlin. Er bewarb sich mit seinen Arbeiten „we scream for ice cream", „Flagschiffe", „Blechtrommel" und „border one centimeter", die er zu einer bildmächtigen Rauminstallation für die Präsentation „VOR-FLUCHT, VERFLUCHT“ in den Limburger Kunstsammlungen zusammen führt. 

Begründung: „Foroghi's Arbeiten beschäftigen sich mit den Themen Nationalität und Identität - sie sind spielerisch und ernsthaft zugleich. Sie sind ironisch, vieldeutig und hintersinnig, dabei keinesfalls plakativ aber politisch demonstrativ. 

Saeed Foroghi sieht seine Arbeiten gegen das Denken in Nationalitäten gerichtet, er blickt mit ernstem Sarkasmus auf seine Herkunft aus dem Iran und in die deutsche Kultur. 

Spielkarten wie der Herzbube verfremdet mit Waffe und Helm sind parallel zu einem Porträt von Foroghi's Vater in herrschaftlicher Pose zu sehen. Saeed Foroghi stellt seine Kunst wie in einem Atelier zur Schau, er gibt Einblicke in zwei Welten, die zu einer, seiner Welt werden. 

Der Blick vor und hinter die eigene Fluchtexistenz erzeugt eine Bandbreite, die über die Grenzen einer Nation hinausgeht und macht die Kunst von Saeed Foroghi besonders und anders.“ 

Kunstpreis der Stadt Limburg 2015
Im Jahr 2015 wurde der Kunstpreis nicht vergeben. Die Kunstsammlungen der Stadt Limburg feierten ihren 30. Geburtstag. Von Mitte März bis Ende November fanden Ausstellungen rund um den Kunstbesitz der Stadt Limburg statt. 

Kunstpreis der Stadt Limburg 2014
(terra animalis) / Undine Bandelin & Dana Meyer

Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2014, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 26. September – 23. November 2014 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „tierisch“ ausgeschrieben. 

Insgesamt bewarben sich 111 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträgerinnen 2014: Dana Meyer und Undine Bandelin mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „terra animalis“. 

Begründung: „Überzeugt hat die Jury die Expressivität, Dynamik und das kontrastreiche Zusammenspiel der großformatigen Gemälde von Undine Bandelin mit den raumgreifenden Stahlskulpturen von Dana Meyer. In ihrer „terra animalis“ präsentieren die Künstlerinnen die Tierwelt als ein Panoptikum kurioser Figuren, Metaphern und Allegorien. Gemeinsames Zentrum im Arbeitsprozess der beiden Künstlerinnen ist die Dynamik der Bewegung. 

Dana Meyer schmiedet ihre Figuren freihändig aus Stahl. Stahlplatten werden zu Muskeln, Schweißnähte zu Sehnen. So entstehen ihre rundbäuchigen Schweine, fast Furcht erregende Stier-Kolosse, aber auch filigrane Insekten, die den Betrachter durch ihre enorme Vitalität und räumliche Präsenz beeindrucken. Im Kontext dieser Skulpturen führen die expressiven Gemälde von Undine Bandelin in eine Welt, die die Grenzen zwischen Mensch und Tier, Realität und Fabelwesen auslotet. In diesen Bildwelten kann sich der Betrachter gleichermaßen als Mensch und Tier erkennen und dabei Fremdes wie merkwürdig Vertrautes entdecken. 

Was ist Menschen-, was ist Tierwelt? Um diese Frage kreisen die Arbeiten der „terra animalis“ in überraschenden Raum- und Bildwelten, denen man sich als Betrachter nur schwer entziehen kann.“ 

Am Samstag, 27. September 2014 und am Sonntag, 23. November 2014 fanden jeweils um 14:00 Uhr Führungen durch die Ausstellung statt. Neben dem Kennen lernen der Arbeitsweisen der beiden Künstlerinnen und der Werke, stand ein reger Gedankenaustausch rund um das Thema Bildende Kunst im Mittelpunkt.

Kunstpreis der Stadt Limburg 2013
In 2013 wurde der Preis wegen Umbauarbeiten in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg nicht vergeben.

Kunstpreis der Stadt Limburg 2012
(Ich bin der Raum wo ich bin) / Jan Bresinski 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2012, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 28. September bis 25. November 2012 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Raum – Stadt - Raum“ ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 106 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträger 2012: Jan Bresinski aus Windeck-Werfen
 
Begründung„Jan Bresinski überrascht uns mit bedrohlich irrealen Architekturbildern. Wie im Darübergleiten zeigt er quasi aus der Vogelperspektive gewaltige Betonarchitekturen, Oberflächen, Durchblicke, Einblicke und Abgründe.
 
Seine Konstruktionen scheinen noch im Bau wie schon im Zerfall befindlich. Monochrome Farbigkeit und starke Licht- und Schattenverhältnisse unterstreichen ebenso wie die klaren Linien die Monumentalität seiner Architektur. Die Monstrosität einer Sciencefiction-Architektur paart sich mit Erinnerungen an Bunker und Fortifikationen. Sowohl Piranesis Carceri als auch die Großbauten eines Ramses scheinen im Hintergrund bedacht worden zu sein. Atlantis und Germania formen sich zu `Megalopolis´.“
 
Am Sonntag, 25. November 2012 fand in der Zeit von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr eine Finissage mit Jan Bresinski in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg statt. Jan Bresinski und die Veranstalter freute sich über den regen Gedankenaustausch rund um das Thema Bildende Kunst. Bei zwei Rundgängen durch die Ausstellung, um 13:00 Uhr und 15:00 Uhr präsentierte der Künstler sein Werk und stellte seine Arbeitsweise vor.


Kunstpreis der Stadt Limburg 2011
(Scheinwarnpracht) / Anija Seedler
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2011, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 30. September bis 27. November 2011 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Da Zwischen“ ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 154 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträgerin 2011: Anija Seedler aus Leipzig.
 
Begründung„Die scheinbar mit großer Leichtigkeit erstellten farbigen Zeichnungen und Aquarelle verführen in eine Welt mit wunderlichen Figuren und unbekannten Fabelwesen. Eine Reise in die Welt des Fiktiven erscheint wie ein realistisches Abbild von vertrauten Lebewesen.
Täuschend echt, einer Mimikry ähnlich, erscheint diese Nachahmung durch Verfremdung und Überlagerung, die im Ungewöhnlichen und Undefinierten endet; sie steht zwischen den Realitäten.
 
Die Arbeiten verführen ins „da zwischen“, sie nehmen mit auf eine Reise ins Surreale, sie suggerieren die Lust am Entdecken des Wesentlichen einer Gestalt, einer Figur, deren Gestik und Mimik
 Anija Seedler führt den Pinsel und die Feder mit ruhiger sicherer Hand, die Bilder entstehen im Kopf und scheinen zielsicher auf das Papier zu wandern, mühelos ohne abzusetzen, einer flüchtigen Skizze verwandt. Sie täuscht, sie manipuliert uns und unsere Wahrnehmung, dies ist ihre Kunst.
 
Beseelt scheint Anija Seedler vom Forschergeist einer Künstlerin zu sein, die sich auf eine Expedition in Unbekanntes begibt, um die Wirklichkeit zu begreifen und das Wesentliche still mit feinem Pinsel und farbenfrohen, unprätentiösen Blättern im wunderlichen Detail zu suchen und zu finden.
 
Kraftvoll werden Tusche, Aquarell und Acryllack auf Papier nebeneinander gesetzt, kontrovers auch die Technik, die Anija Seedler überzeugend kombiniert.
Anija Seedler kultiviert die einfache skizzenhafte Zeichnung zur großformatigen Malerei.
Ist es Zeichnung oder Malerei, es ist ein beeindruckendes Da Zwischen.“


Kunstpreis der Stadt Limburg 2010
(Kunst am Fluss - Kunst im Fluss) / Wolfgang Buntrock & Frank Nordiek
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2010, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 26. Juli bis 19. September 2010 am Lahnuferweg in Limburg a. d. Lahn (zwischen Obermühle und Alte Lahnbrücke) verbunden, war unter dem Thema „Kunst am Fluss – Kunst im Fluss“ ausgeschrieben.
 
Preisträger 2010: Wolfgang Buntrock & Frank Nordiek, Atelier LandArt aus Hannover.
 
Erstmalig war der Kunstpreis der Stadt Limburg in seiner 14jährigen Geschichte unter ein für den öffentlichen Raum konzipiertes Thema gestellt. »Kunst am Fluss – Kunst im Fluss« war der Leitgedanke der zweistufigen Ausschreibung, für die sich Künstler, Künstlerinnen und Künstlergruppen mit einem Land Art Projekt beworben haben. Die Lahn mit ihrer Wasserfläche und ihren Ufer- und Wiesenbereichen zwischen Obermühle und Alte Lahnbrücke war als Projektort gewählt.
 
Zwei Wertungsdurchgänge
58 Künstler aus dem In- und Ausland reichten für den zweistufig ausgeschriebenen Wettbewerb, für den neben dem Preisgeld zusätzlich 15.000 € für die Projektumsetzung bereitgestellt wurden, Konzeptideen ein, die zunächst in einem ersten Wertungsdurchgang beurteilt wurden. Die Jury, zu der neben Irene Rörig (Kulturamt der Stadt Limburg), André Kramm (Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.), Dr. Gabriel Hefele (Kunsthistoriker), Eckhard Kremers (Künstler) und Johannes Bröckers (Journalist) in diesem Jahr als Gastjuror auch der Land-Art-Experte Ulf Jonak zählte, wählte aus den ausgesprochen vielseitigen Bewerbungen vier Projekte aus, die durch ihre professionelle Herangehensweise und spannenden Projektideen beeindruckten. Wolfgang Buntrock & Frank Nordiek aus Hannover, Beate Eisfeld aus Hamburg, Patricia Janning & Klaus Steffen aus Netzbach sowie Herwig Kemmerich aus Bremen wurden zu einer Ortsbesichtigung und einem Kolloquium nach Limburg eingeladen, um ihre Projektideen im Anschluss weiter zu konkretisieren.
 
Die ausgewählten Bewerber präsentierten dann am 29. Oktober 2009 ihre anhand von Modellen und Materialproben ausgearbeiteten Konzepte in einem zweiten Wertungsdurchgang, in dem sich Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek vom Atelier LandArt aus Hannover mit ihrem Projekt »NEOPHYT« in einer knappen, aber einstimmigen Juryentscheidung durchsetzten und als Gewinner des Kunstpreises der Stadt Limburg 2010 ausgelobt wurden.
 
Neophyten Neophyten sind Pflanzen, die bewusst oder unbewusst vom Menschen in Gebiete eingeführt werden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkommen. Ein solcher Neophyt ist der Japanische Riesenknöterich, eine sehr schnellwüchsige Staude, die auch am Lahnufer längst heimisch geworden ist und drei bis vier Meter hoch werden kann.
 
Projektumsetzung Aus diesen drei bis vier Meter hohen, getrockneten Halmen ließen Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek ihre Kunstinstallation entstehen. Es begann am 25. Juli 2010 mit der Projektvorstellung „NEOPHYT“ durch die beiden Preisträger in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg. Ab dem 26. Juli 2010 bauten Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek ihre vergänglichen Kunstinstallationen am Lahnuferweg auf, um sie dann in ihrer Vollkommenheit am 14. August 2010 der Öffentlichkeit vorzustellen. Außerdem konnten sich Interessierte in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg über das Projekt am Lahnuferweg und Land Art im Allgemeinen informieren.
 
Die am Lahnuferweg gezeigten Installationen, wie Nester, Bögen und Leitern, unterlagen – wie alle Land Art-Kunst – der Vergänglichkeit. Unter dem Motto „Objekte sind da ~ bleiben bestehen ~ manche vergehen ~ neue entstehen“ lohnte sich täglich ein Besuch am Lahnuferweg, um die Wandlung des Projekts mitzuerleben.
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2009
(unsagbar) / Corinna Krebber
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2009, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 25. September bis 22. November 2009 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „unsagbar“ ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 201 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträgerin 2009: Corinna Krebber aus Frankfurt.
 
Begründung„Unsagbar scheint in Zeiten der globalen Krise Vieles zu sein. Und vielleicht hat gerade deshalb „unsagbar“, das diesjährige Thema des Kunstpreises der Stadt Limburg, nicht nur eine überraschende Aktualität gewonnen, sondern auch eine Rekordzahl von Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland zu einer Bewerbung inspiriert. Nach der Durchsicht von rund 200 Arbeiten und Projektvorschlägen überzeugte das Konzept der Frankfurter Künstlerin Corinna Krebber die Jury mit einer sehr prägnanten Interpretation des Themas.
 
Ausgangspunkt der Arbeiten von Corinna Krebber, die ihr Studium der Freien Kunst an der Alanus Hochschule in Alfter absolvierte, ist die Sprache selbst. Was vermögen Worte und was nicht? Dieser Frage geht Corinna Krebber nach. Messerscharf, mit dem Skalpell, ihrem Werkzeug, mit dem sie unter anderem erkenntnistheoretische Texte von Kant, Heidegger und Spinoza aus großformatigen Papierbögen seziert und ihrem Trägermedium und Kontext entreißt.
 
Die auf diese Weise freigelegten Wort-Satzketten vernetzt Corinna Krebber zu filigranen, fast schwebenden Raum-Schrift-Objekten, in denen sich ihre „Gedankenschnüre“ wie Hirngespinste berühren, miteinander verschränken und doch aneinander vorbei die wortleere Mitte, das Zentrum des Unsagbaren, Unfassbaren, Unlesbaren umkreisen. Das Wort wird in den Arbeiten von Corinna Krebber zum Raum. Ein Raum, der im Dialog steht mit den - ihrem Inhalt beraubten - Papierbögen, die sich als entleerter Umraum der Worte zu Papierreliefs formieren, die ihre eigene Dynamik entwickeln. Wort- und sprachlos zwar, aber nicht unberedt. Das Limburger Publikum kann sich auf eine spannende Ausstellung freuen, die das Wort ins rein ästhetisch Wahrnehmbare transformiert, die die Grenzen unserer Sprache auslotet und doch auch als Appell an die Freiheit der Gedanken verstanden werden kann. An den Mut, neue Ideen zu spinnen - auch und gerade in den Zeiten der großen Krise.“
 
Am Sonntag, dem 01. November 2009, fand um 11:30 Uhr in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn) ein Künstlergespräch mit Corinna Krebber und Dr. Stefan Soltek - Leiter des Klingspor-Museums für Buch und Schriftkunst, Offenbach – statt. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung wurden im Gespräch mit den Teilnehmern Gedanken und Fragen zum Thema des „Unsagbaren“ bewegt und die Arbeitsweise der Kunstpreisträgerin 2009 erläutert.
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2008
(Punkt Punkt Komma Strich) / Nikola Dicke
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2008: "Punkt Punkt Komma Strich"
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2008, mit 5.000,00 € und einer Ausstellung des prämierten Projekts vom 26. September bis 23. November 2008 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Punkt Punkt Komma Strich“ ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 96 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträgerin 2008: Nikola Dicke aus Osnabrück.
 
Begründung„Aus den eingereichten Bewerbungen überzeugte das Konzept von Nikola Dicke die Jury mit einer überraschenden Interpretation des diesjährigen Kunstpreis-Themas „Punkt Punkt Komma Strich“.
 
Nikola Dicke, die 2004 als Meisterschülerin ihr Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster abgeschlossen hat, nähert sich mit ihrem Projektvorschlag dem Kunstpreis-Thema zunächst wortwörtlich, also als einer Anleitung zum kindlich naiven Zeichnen nach vorgegebenen Spielregeln. Gleichzeitig aber hinterfragt sie diese simplifizierende Festlegung, indem sie ihre Bilder statt mit greifbaren Materialien wie Bleistift oder Kreide mit ungreifbarem Licht in den Raum projiziert. Ausgangspunkt für die für Limburg vorgeschlagenen Lichtinstallationen sind handgezeichnete Miniaturen, die Nikola Dicke mit einer speziellen Technik direkt auf Diaglas aufbringt. In ihren aus Diaprojektoren gebauten Installationen weiten sich ihre Miniaturen zu raumgreifenden wie raumverändernden Licht-Zeichnungen, die sich ganz individuell auf den Ausstellungsraum beziehen. Die Architektur wird aufgelöst und zu einer Licht-Installation transformiert, die dem Betrachter eine neue (T)Raumwahrnehmung ermöglicht.
 
Neben der künstlerischen Qualität hat die Jury vor allem das spielerische Zusammenführen von tradierten Techniken wie Grafik und Zeichnung und zeitgenössisch experimenteller Kunst in den medialen Installationen von Nikola Dicke überzeugt.“
 
Am 23. November 2008 fand eine Finissage zum Kunstpreis der Stadt Limburg 2008: "Punkt Punkt Komma Strich" statt. Nikola Dicke verwandelte mit einer Licht-Installation den Außenbereich der Kunstsammlungen der Stadt Limburg und der Musiker Gero Koenig entlockte seinem Chordeograph orchestrale Klänge. Dazu Nikola Dicke: "Meine Zeichnungen haben mit dem Musiker Gero König und seinem Chordeograph ein Pendant gefunden und sind ein außergewöhnliches Zusammenspiel zwischen Kunst und Musik."
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2007
(greifbar) / Ute Hörner & Mathias Antlfinger 
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2007, mit 5.000,00 € dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 28. September bis 25. November 2007 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „greifbar“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 87 Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen. Preisträger 2007: Ute Hörner & Mathias Antlfinger, Künstlerpaar aus Berlin.
 
Begründung
„Das Künstler-Duo Ute Hörner und Mathias Antlfinger erhält den Kunstpreis der Stadt Limburg 2007. Von den 87 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland, die sich in diesem Jahr für den Kunstpreis beworben haben, überzeugte die Jury am meisten das Konzept des Künstler-Duos Hörner/Antlfinger, die sich dem Kunstpreis-Thema „greifbar“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven genähert haben.
 
Seit Anfang der 90er Jahre arbeiten Ute Hörner, Professorin für Kunst und Medien an der Hochschule für Kunst und Design in Halle, und der in Limburg geborene Künstler Mathias Antlfinger (Berlin) als kreatives Team zusammen. Für die Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg haben sie unterschiedliche Sequenzen aus ihrem gemeinsamen Werkzyklus zusammengestellt, die sich im Grenzbereich zwischen bildender Kunst, Dokumentation und Fiktion bewegen.
 
Neben der künstlerischen Qualität hat die Jury vor allem die Intensität und Bandbreite des Konzepts überzeugt, mit dem sich das Künstler-Duo für den Limburger Kunstpreis beworben hat. Von plastischen, dreidimensionalen Arbeiten bis zum interaktiven Computerspiel reichen die Formen und Medien deren, sich Hörner und Antlfinger bedienen, um die Vielschichtigkeit des Greifbaren zu analysieren und auszuloten. Vom konstruktivistisch-kognitiven Prozess des Begreifens über die Beschäftigung mit dem schwer Fassbaren, nicht Begreifbaren, bis zur Auseinandersetzung mit einem sich verändernden Realitätsbegriff durch die neuen Medien reicht das Spektrum der Arbeiten, die Hörner/Antlfinger für ihre Ausstellung in Limburg zusammengestellt haben.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2006
reVISION - 10 Jahre Kunstpreis der Stadt Limburg
 
Seit 1996 verleihen die Kreisstadt Limburg an der Lahn und der Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. mit Unterstützung der Kreissparkasse Limburg jährlich ihren mit 5.000,00 € dotierten Kunstpreis der Stadt Limburg. Verbunden mit dem Preis ist eine Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg. Im Jahr 2005 wurde der Preis zum 10ten Mal vergeben. Ein kleines Jubiläum, das die Kreisstadt Limburg a. d. Lahn gemeinsam mit ihren Partnern bewogen hat, 2006 alle bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger zu würdigen.
 
Intension des 1996 ins Leben gerufenen Preises war und ist, Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten, eigene, bereits vorhandene oder neue Vorstellungen und Werke mit einer gestellten Thematik zu verbinden, daraus ein individuelles Ausstellungskonzept zu entwickeln und damit an die Öffentlichkeit zu treten.
 
Mit der Ausstellung "reVISION – 10 Jahre Kunstpreis der Stadt Limburg" wurde die Geschichte des Kunstpreises der Stadt Limburg rekapituliert. Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger kamen zum ersten und wohl einzigen Mal zu einer Gemeinschaftsausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg zusammen. Durch die Wahl der Exponate wurde sowohl der Blick zurück auf das jeweils prämierte Projekt als auch ein Einblick in das gegenwärtige künstlerische Schaffen von jedem einzelnen ermöglicht.
 
Vom 29. September bis 26. November 2006 waren die Werke von Bernd Brach (1996 zwischen erinnern und vergessen), Manuel Fabritz und Georg Zey (1997 im Netzwerk – pleasant net), Petra Scheer (1998 …und anders wahr!), Klaus Hack (1999 re-form), Klaus Lomnitzer, Harry Meyer und Friedrich Daniel Schlemme (2000 Neustart – Malerei zu Beginn des neuen Jahrtausends), Markus Döhne (2001 druckzonen), Barbara Caveng (2002 …und wieder hier – Ich habe einen Traum), Gunhild Söhn (2003 geklaut), Helmi Ohlhagen und Thomas Dillmann (2004 gut gemalt) und Tillmann Damrau (2005 Helden) in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg zu sehen.
 
Zur Ausstellung ist eine gleichnamige Publikation erschienen, die zum Preis von 6,00 € erworben werden kann
 
Die Kreisstadt Limburg a. d. Lahn dankt ihren beiden langjährigen Förderern und Partnern, dem Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. und der Kreissparkasse Limburg sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Nassauischen Sparkasse und der Vereinigte Volksbank e.G. Limburg, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben.
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2005
(Helden) / Tillmann Damrau 
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2005, mit 5.000 € dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 23. September bis 27. November 2005 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema "Helden" bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 74 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 2005: Tillmann Damrau aus Stuttgart.
Begründung„Es ist eine zwiespältige Haltung gegenüber „Helden“ die Tillmann Damrau durch eine Typisierung seiner Individuen thematisiert, die er in bühnenartigen Räumen inszeniert. „Heldinnen und Helden sind nicht alltäglich, treten unvermutet auf und befremden bisweilen. Die Kategorie des Helden, der Heldin ist vielen verdächtig und vielem verdächtigt worden, doch scheint sie in den verschiedensten Varianten und Gestalten fast eine Kulturen übergreifende, anthropologische Konstante zu sein, die einen Horizont besonderen individuellen Handelns bildet“, formuliert der Künstler in seinem Ausstellungskonzept.
In einer Bilderfolge, an der er seit 2002 arbeitet, visualisiert er die Figur des Menschen als Ausdrucksfigur der poetischen Aneignung von Lebensmöglichkeiten, der Besetzung, Wahrung und Gestaltung von Freiräumen. Häuser, Wände, Bäume sind die oft kulissenhafte Umgebung von Menschen, die in surrealen, bisweilen abstrus anmutenden Handlungen begriffen sind.
Nicht zuletzt hat die malerische und zeichnerische Qualität der collagenhaft umgesetzten Bildthemen und das Crossover im Umgang mit verschiedenen Materialien und Fakturen die Jury überzeugt, den in Stuttgart lebenden Künstler mit dem Kunstpreis der Stadt Limburg auszuzeichnen.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2004
(gut gemalt) / Helmi Ohlhagen & Thomas Dillmann
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2004, mit 5.000,00 € dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 24. September bis 28. November 2004 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema "gut gemalt" bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 125 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 2004: Helmi Ohlhagen aus Marburg und Thomas Dillmann aus Hannover.
Damit wurde zum zweiten Mal in der neunjährigen Geschichte der Preis geteilt.
 
Begründung
„Die lapidare Formulierung „gut gemalt“ war aus Sicht der Jury eine Einladung, aktuellen Tendenzen in der Malerei nachzuspüren. In der Essenz stand das Thema dabei sowohl für die handwerkliche Qualität der Malerei als auch für eine konsequente Position, die aus den eingereichten Arbeiten erkennbar werden sollten.
 
Die Jury entschloss sich nach Durchsicht der Bewerbungen zwei Künstler auszuzeichnen, die mit ihrer Arbeit zwei extrem auseinander liegende Pole in der Malerei repräsentieren. Mit der Teilung des Preises sollte das gestellte Thema nicht auf nur eine stilistische Position, auf einen Malstil oder ein Sujet eingeengt werden.
 
In den Arbeiten von Helmi Ohlhagen kontrastieren krustig aufgetragene, großflächige Farbbahnen mit der darunter liegenden, fein linearen Grafik. Die eindeutige und bewusst gesetzte Teilung in den Flächen sowie die unkonventionelle Technik des Farbauftrages formulieren einen ganz eigenständigen Stil, der durch Expressivität und spannungsreiche Abstraktion beeindruckt.
 
Im Gegensatz dazu überzeugen die Arbeiten von Thomas Dillmann durch einen äußerst bestechenden Realismus. Seine Landschaften und Stadtansichten interpretieren, ja überhöhen den Ort des Geschehens in seiner Leere und Einsamkeit. Die menschenlosen Bilder evozieren Momente einer unwirklichen und unheimlichen Erstarrung unserer heutigen Welt. Das Verschwinden jeder belebten Natur erzeugt eine starke Emotionalität, die neue Einsichten auf unsere zweite Natur eröffnet, den vom Menschen gebauten und gestalteten Lebensraum.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2003
(geklaut) / Gunhild Söhn
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2003, mit 5.000,00 € dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 29.September bis zum 09. November 2003 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „geklaut“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 76 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 2003: Gunhild Söhn aus Essen.
 
Begründung
"Covern - klauen - umetikettieren.... Das aus der Musik hinlänglich bekannte Prinzip des Samplens, des Entnehmens und Variierens zeigt auch in der bildenden Kunst den spielerischen und gleichzeitig ernsthaften Umgang mit Vorbildern der künstlerischen Tradition. In einer Zeit des Verschwindens des Original-Begriffs referiert Gunhild Söhn das Tafelbild und die Installation als Originalkopie und Metamorphose an der Grenze zwischen Original und erkennbarer Fälschung. Falsche Zuschreibungen und Produktklau zeigt sie als ein Prinzip des künstlerischen Salons ebenso wie der Warenwelt. Für die Jury setzt sie auch die im gewählten Ausschreibungsthema "geklaut" mitschwingende Ironie überzeugend in Szene." Gunhild Söhn „klaut“ gegenständliches Material und inhaltliche Aussagen für ihre Installationen, Objekte und ihre Gemälde. Ihre Raubzüge führen sie dabei seit mehr als 10 Jahren durch Museen und Kunstsammlungen. Für ihre Installationen durchstöbert sie zielgerichtet die Museumsshops nach verwendbaren Materialien, die ihren inhaltlichen Vorstellungen entsprechen. Die gefundenen Zuckertütchen, Tragetaschen, T-Shirts, Puzzles verbindet sie zu neuen Komplexen mit ungeahnten Beziehungen. Weiterhin untertitelt sie ihre Gemälde mit kunsthistorisch bekannten und bedeutenden Namen und Titeln. Ein „Klau“, der auch für einen Laien leicht erkennbar ist, wenn z.B. unter einem Frauenporträt der Titel: C.D. Friedrich „Mönch am Meer“ erscheint.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2002
(und wieder hier) / Barbara Caveng 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2002, mit 5.000,00 € dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 27. September bis zum 10.November 2002 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „und wieder hier“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 220 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 2002: Barbara Caveng aus Berlin.
 
Begründung„In der Jurysitzung am 8. Juni 2002 wurde Barbara Caveng für ihr Projekt „ICH HABE EINEN TRAUM - У МЕНЯ ЕСТЬ МЕЧТА“ einstimmig der Preis zuerkannt. Überzeugt hat die Jury die hohe künstlerische Qualität, die emotionale Stärke der Arbeiten von Barbara Caveng und der spannende Bezug ihres Projektes zum diesjährigen Thema des Limburger Kunstpreises. Entstanden ist das Projekt "Ich habe einen Traum" während eines dreimonatigen Aufenthalts in Moskau. Hier inszenierte sich die Aktionskünstlerin - verkleidet mit blonder Perücke und goldenem Kleid - als eine Traumfigur, die auf der Suche nach den Sehnsüchten und Träumen der Menschen die Alltagsrealität in Moskau durchwanderte. Als Kunstfigur selbst in ihrem Traum unterwegs - sie möchte auf Dinge blicken, wie sie sich im Spiegel nicht darstellen - befragte sie Moskowiter Bürger und Zugreisende nach ihren Wünschen, nach erfüllbaren Lebensträumen und all jenen Sehnsüchten, die jeder Mensch als unerfüllbar in sich trägt. Gleichzeitig ist diese Kunstfigur ein Medium und eine Schnittstelle zur realen Welt, die in der Auseinandersetzung mit dem Projekt von Barbara Caveng ein sehr viel umfassenderes Bild der russischen Seele und des Alltags in Moskau entwirft, als dies eine rein touristische oder gar voyeuristische Perspektive könnte. Aufgezeichnete Interviews und großformatige Fotos, die das Projekt dokumentieren, changieren in ihrer ästhetischen Umsetzung und Sprache zwischen realer und irrealer Welt und wirken oft selbst wie Versatzstücke aus einem Traum. Gerade diese Balance, zwischen dokumentarischem Stil und bewusst künstlerisch verfremdender Inszenierung zeigen das Thema Reise auch als eine Transformation zwischen greifbarer Wirklichkeit und immaterieller Vision, zwischen individuellem Traum und der imaginierten Vorstellung einer lebenswerten Gesellschaft. Die Spiegelung der Träume an der Realität ist eine Referenz an die Märchen- und Sagengestalten, die in die Welt zogen um einen Traum zu finden. Mit der Auszeichnung von Barbara Caveng verspricht sich die Jury auch für die Preisverleihung am 27. September eine spannende Ausstellungseröffnung im Historischen Rathaus und ein interessantes Erlebnis für die Besucher und Besucherinnen.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2001
(druckzonen) / Markus Döhne
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2001, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 29. September bis 28. Oktober 2001 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Druckzonen“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 115 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 2001: Markus Döhne aus Köln.
 
Begründung
„Markus Döhne lässt sich in seiner künstlerischen Arbeit in fast all diesen Kategorien beschreiben. Seine Kunst ist der Erforschung der Seele der Photographie gewidmet, seine Passion die historischen und politisch aktuellen Zeitdokumente. Er druckt sie inzwischen nur noch im Siebdruckverfahren. Aber er druckt sie auf ungewöhnliche Materialien, in Wachs, auf Blech oder Polyestergaze. In seinen Wachsarbeiten verbindet das Material die inhaltliche mit der formalen Ebene. Seine gelben Polyestergazen, die mit einer grünlichen Photoemulsion beschichtet sind, schweben als Tableaus im Raum, werfen einen direkten Schatten, bilden sich noch mal ab, vielleicht, weil sie mehr zu erzählen haben als das, was die Photovorlagen erzählen, die Hintergründe ergründen wollen, die nicht mit abgelichtet sind. Und obwohl seine Arbeiten oft als Volumina im Raum stehen oder hängen sind es keine Skulpturen.
 
Am Anfang seiner Arbeit steht immer die Auswahl eines eindringlichen Photos, eines die Vergangenheit oder Gegenwart betreffenden Zeitdokumentes. In diese gewählte Vorlage greift Markus Döhne reprographisch ein, konzentriert sein Interesse auf Teilausschnitte, die die verborgene Aussage der Photographie in sich bergen und setzt die so gewonnenen Bildfragmente in seiner künstlerischen Sprache und Technik neu zusammen. Was bleibt sind nur noch Punkte, Pigmente, grobkörnige Raster im und auf dem von ihm gewählten Material. Jede einzelne Arbeit etwas vollkommen Neues, so nicht erkanntes Bild und doch etwas erschreckend bekanntes zitierend, Zünder einer unmöglichen, fremden und dennoch eigenen paradox erscheinenden Erinnerung; jede einzelne Arbeit ein vom Künstler erschaffenes Rätsel, das in uns mit Verdrängtem, Unterbewusstem in Kommunikation tritt, eine Ansprache an das kollektive Bewusstsein ist. Und früher oder später können die Betrachter diese visuell aufgenommenen Rätselbilder in ihrem Gedächtnis aufklären.
 
Bediente er sich zu Beginn seiner künstlerischen Arbeit Anfang der 1980 Jahre noch der klassischen, druckgraphischen Techniken wie Radierung, Lithographie und Buchdruck, begann er ab 1989 fast ausschließlich im Siebdruckverfahren zu arbeiten. Damit wand er sich auch von der Druckgraphik im klassischen Sinne der "zu multiplizierenden Werke in Auflage" ab und erschuf nur noch Einzelstücke. Geblieben sind jedoch immer die druckgraphischen Medien als Zwischenstufen, Teile oder technische zur Herstellung seiner Arbeiten.
 
Sein für den "Kunstpreis der Stadt Limburg 2001" eingereichtes Ausstellungskonzept "Markus Döhne, Druckzonen" besteht aus vier Zonen. Diese spannen einen Bogen von der aktuellen Produktion zum Anfang seiner künstlerischen Arbeit: von den ersten verlegten Radierfolgen aus den Jahren 1984/85 über Tafelbilder und drei Vitrinen mit Wachsarbeiten bis zu den "Green Screens" 1999/2001. So gliedern sie die Ausstellungsräume in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg sowohl in Zeit- als auch in Werkzonen.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 2000
(Neustart) / Friedrich Daniel Schlemme, Klaus Lomnitzer & Harry Meyer
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 2000, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 29.09. - 29.10. in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Neustart – Malerei zu Beginn des neuen Jahrtausends" bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 76 Künstler/Innen und Künstlergruppen. Die Wahl der Jury fiel ohne Abstufung auf drei Einzelkünstler. Preisträger 2000: Klaus Lomnitzer, Mainz / Harry Meyer, Augsburg / Friedrich Daniel Schlemme, Berlin.
 
Begründung
"Mit dem Titel der Ausschreibung "Neustart" - Malerei zu Beginn des neuen Jahrtausends - hatte die Jury die Idee verbunden, scheinbar nicht zu Vereinbarendes - Neustart als Begriff aus der virtuellen Welt und Malerei als traditionelle Technik - zu verbinden und auf ungewöhnliche, bisher nicht bekannte Ansätze gehofft. Die Gesamtheit der Einsendungen gaben aber mehr die Bandbreite der Malerei des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts wieder. Um dies zu dokumentieren, hat die Jury sich entschieden, drei Künstlern den Preis zu gleichen Teilen zuzuerkennen, um das Thema "Neustart" - Malerei zu Beginn des neuen Jahrtausends - in der gemeinsamen Darstellung und damit Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ansätze zur Diskussion zu stellen."
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 1999
(re-form) / Klaus Hack
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 1999, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 24. September bis 31. Oktober 1999 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „re-form“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 65 Künstler/Innen und Künstlergruppen.
Preisträger 1999: Klaus Hack aus Seefeld/Brandenburg.
 
Begründung"Neben der unmittelbaren und überzeugenden Umsetzung des Themas "re-form" ist die hohe Qualität der Arbeiten Klaus Peter Hacks entscheidend. Ihr Reiz und ihre Stärke liegen in der Auseinandersetzung mit der Zwei- und Dreidimensionalität, die im Changieren zwischen den Gattungen Skulptur und Druckgrafik ihren eigenständigen Ausdruck finden. In der Übertragung seiner wuchtigen Holzskulpturen, die er als Druckwalzen für seine Grafiken nutzt, wandeln sich die dreidimensionalen Formen in monumentale Bildzeichen. In der Zusammenschau setzt dieser funktionierende Dialog zwischen den Kunstgattungen neue, sinnliche Erfahrungen frei. Dies verändert sowohl den Blick auf die Skulpturen als auch die Wahrnehmung der rapportartig aneinander gereihten Druckgrafiken."
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 1998
(...und anders wahr) / Petra Scheer
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 1998, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 25. September bis 01. November 1998 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „...und anders wahr“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 78 Künstler/Innen und Künstlergruppen. Preisträgerin 1998: Petra Scheer, Berlin.
 
Begründung
„Der Schwerpunkt des Projektes liegt im visuellen und thematischen Wechselspiel der Fotografie und ihrer Rezeption. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die Fragestellung von Anwesenheit und Abwesenheit, von Sichtbarem und Nicht-Sichtbarem, von Realität, Fiktion und Assoziation.
 
Dabei lenken die Arbeiten die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Eigengesetzlichkeiten des Mediums Fotografie. Diese konserviert einen Augenblick aus dem unendlichen Zeit-Kontinuum, der gleich darauf wieder ein vergangener ist. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht das Spannungsfeld zwischen Verschwinden und Neuauffinden. Es sind die kurzen Augenblicke, die mit Hilfe der Fotografie visualisierbar sind und somit unsere Imagination und Erinnerung korrigieren. So ist für mich die Fotografie nicht nur ein eigenes Sprachsystem, welches benutzt, gestaltet und je nach Absicht mit Bedeutung gefüllt werden kann, sondern auch ein Mittel, den Betrachter in unbewusster vorhandene Bildwelten hineinzuziehen. Durch die Differenz von Wahrnehmung und Bewusstsein, von Fiktion und Realität, von Illusion und Täuschung wird die Ambivalenz der produzierten Bilder deutlich".
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 1997
(im netzwerk) / Georg Zey & Manuel Fabritz
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 1997, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 29. August bis 28.September 1997 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Im Netzwerk“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 52 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 1997: Georg Zey aus Berlin & Manuel Fabritz aus Weimar.
 
Begründung
„Im Netzwerk befindet sich so manches. Ob es der Textilnetzwerkoperator in Form der strumpfstrickenden Großmutter, zappelndes tierisches Eiweiß in den Knüpfwerken der Hochseefischer oder die eben noch mit einem gespannten Netz beschleunigte gelbe Filzkugel im Tennisplatzteiler ist; alles ist irgendwie voller Netze und auch quasi etwa miteinander vernetzt. Nach der Häufigkeit seiner Nennung in Medien aller Art zu urteilen, ist das größte und wichtigste Netz unserer Tage aber das Internet, auch world wide web oder mittlerweile einfach "the net" genannt. Die Idee des Internets, nach seiner Freigabe durch das Militär, war, möglichst viele Bibliotheken, Archive und wissenschaftliche Institute mit möglichst vielen Nutzern zu verbinden und darüber hinaus eine schnelle und einfache Kommunikation (e-mail) zu ermöglichen. Nachdem aber das Internet von der Wirtschaft als "Markt des kommenden Jahrhundert" entdeckt wurde, diffundieren viele brauchbare Inhalte ins Dickicht der nur schwer zu durchforstenden Informationsmassen. Das Internet gerät zunehmend zu einem unstrukturierten Haufen schwer auffindbarer oder einfach nutzloser Informationsfetzen.“
 
Kunstpreis der Stadt Limburg 1996
(Zwischen erinnern und vergessen) / Bernd Brach
 
Der Kunstpreis der Stadt Limburg 1996, mit 10.000,00 DM dotiert und einer Ausstellung des prämierten Projektes vom 23. August bis 29. September 1996 in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden, war unter dem Thema „Zwischen erinnern und vergessen“ bundesweit ausgeschrieben.
 
Insgesamt bewarben sich 22 Künstler/innen und Künstlergruppen.
Preisträger 1996: Bernd Brach aus Wiesbaden.
 
Begründung„Die Jury erkennt innerhalb der eingereichten Arbeiten in Bernd Brachs Projekt die konsequenteste Umsetzung der Ausschreibung in formaler wie in inhaltlicher Hinsicht. Die Themen seiner Arbeiten entstehen sowohl durch private subjektive Erinnerungen an die Kindheit als auch durch religiöse - kunstgeschichtliche Versatzstücke. Diese Fragmente - kombiniert mit Farbflächen, holzschnittartigen Piktorgrammen, Zeichen und Materialien - eröffnen dem Betrachter den gedanklichen Raum zur subjektiven Wahrnehmung und Deutung. Erkennungswert wird nicht nur geschaffen durch das was man sieht, sondern auch durch Nichtgezeigtes. Das Erinnern an vergessene Emotionen beginnt.“