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Standortportrait

Traditionell ist die Wirtschaft in Limburg durch den Handel geprägt. Seit dem frühen Mittelalter führte der Handelsweg Antwerpen-Byzanz über Limburg und trug wahrscheinlich entscheidend dazu bei, dass sich hier ein kleines Handelszentrum bildete. Die in späteren Jahrhunderten folgenden Verkehrsentwicklungen Lahntalbahn, Anschluss an die vier Bundesstraßen, die Autobahn und neuerdings der ICE-Anschluss haben die Bedeutung Limburgs als Handelsstadt gestärkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg festigte Limburg seine Handelsdominanz und durch die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel in der Innenstadt (Karstadt, H&M, Thalia, New Yorker, C&A usw.) und an der Peripherie (Real, Praktiker, Ratio, Kaufland, Mediamarkt, Adler usw.) erreicht Limburg mit über 200 % eine Einzelhandelszentralität, die in Hessen oder auch in Deutschland heute ihresgleichen sucht. In Limburg wird im Einzelhandel über das Zweifache dessen ausgegeben, was die Limburger für den Konsum im Einzelhandelssektor zur Verfügung haben.

Gleichzeitig wurde aber auch das produzierende Gewerbe gefördert. Bedingt durch die günstigen Standortfaktoren entschieden sich viele Firmen für eine Produktion in Limburg, darunter auch die etwas kritisch gesehenen "verlängerten Werkbänke" international operierender Konzerne wie z.B. Black & Decker. Bis in die achtziger Jahre entwickelte sich die Produktion zum führenden Sektor und stellte ca. ein Viertel aller Arbeitsplätze zur Verfügung.

Die danach einsetzende Entwicklung ist deutschlandweit an den meisten Industriestandorten ähnlich verlaufen. Immense Produktivitätssteigerungen und daraus resultierende Überkapazitäten zwangen die Industrieunternehmen, zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit Mitarbeiter zu entlassen.

Ganze Werke wurden geschlossen (in Limburg z.B. Black & Decker) und die Produktion teilweise ins Ausland verlagert. Die Globalisierung machte die Märkte vergleichbar und Deutschland wurde aufgrund seiner hohen Lohnkosten international gebrandmarkt.

In Limburg ist es zum großen Teil gelungen, die Arbeitsplatzverluste in der Industrie durch erhebliches Wachstum im tertiären Sektor, dem Dienstleistungsbereich, zu kompensieren; unter dem Strich sind die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse nahezu gleich geblieben.

Mit einer Arbeitslosenquote von ca. 6 % (Anfang Januar 2009)) gehört Limburg in Hessen zwar immer noch zu den Klassenbesten, aber angesichts der absoluten Zahlen müssen alle Anstrengungen unternommen werden, diese zu reduzieren.

Einen Riesenstandortvorteil konnte Limburg Ende der achtziger Jahre ausspielen, als die Städte im engeren Rhein-Main-Gebiet unter Gewerbeflächenknappheit litten. Limburg hatte aufgrund vorausschauender Grundstückspolitik ausreichende Industrie- und Gewerbegrundstücke in guter Qualität und Lage zur schnellen Verfügung und konnte dank der eigenen Bauaufsicht auch zügige Genehmigungen in Aussicht stellen. Dies ermöglichte zahlreiche hochinteressante Ansiedlungen. Heute hat die Limburger Wirtschaft eine gute Mischung aus Industrie und Gewerbe, Handel, Dienstleistung, Handwerk und freien Berufen. Es gibt keine dominierenden Branchen, die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei etwa 20 Personen und nur wenige Firmen haben die Größenordnung zwischen 200 und 500 Beschäftigten. Dazu gehören z.B. die Glashütte Limburg, die Blechwarenfabrik Limburg, Mundipharma, Harmonic Drive, Moba und Tetra Pak. Dies gewährleistet nicht nur eine relativ hohe Ausgeglichenheit für den Arbeitsmarkt, sondern hat auch den städtischen Finanzen durch Kontinuität in der Gewerbesteuerentwicklung zu verlässlichen Einnahmeschätzungen verholfen.

Viele Unternehmen haben erkannt, dass die Auslagerung von Teilfunktionen in Länder mit geringerem Lohnniveau nicht immer ein Allheilmittel gegen Kostendruck und für Gewinnsteigerungen ist. Aufgrund immenser Kommunikations-, Logistik- und Qualitätsprobleme haben zahlreiche Betriebe nicht nur viel Lehrgeld bezahlt, sondern auch die Stärken des Standorts Deutschland neu schätzen gelernt und ihr "Abenteuer Billiglohnland" beendet.

Ende der neunziger Jahre zogen die gewerblichen Investitionen in Limburg wieder deutlich an, bezogen auf das Jahr 1995 hatten sich die gewerblichen Bauvorhaben auf knapp 60 Millionen DM verdreifacht, was allerdings noch weit von den über 100 Millionen DM früherer Jahre entfernt ist.

Leider hat sich dieser Trend nicht weiter fortgesetzt, bis Mitte 2003 ist es wieder zu starken Einbrüchen gekommen und auch die jüngst wieder gestiegenen Nachfragen sind aufgrund der Finanzkrise ins Stocken geraten.

Das Ziel der städtischen Wirtschaftsförderung ist, die vorhandene gewerbliche Struktur zu erhalten und durch qualitatives Wachstum auszubauen. Dabei liegt das Hauptinteresse in der Schaffung neuer Arbeitsplätze und nicht, wie von den meisten Firmen unterstellt, in der Vereinnahmung von Gewerbesteuer. Bedauerlicherweise verbleiben von einem Euro Gewerbesteuer der Stadt Limburg nur 20 Cent.

Wir wollen den Betrieben in ihrer Entwicklung Hilfen gewähren, soweit es in unserem Kompetenzbereich liegt. Das geht von der Beratung bei Neuansiedlungen über den Verkauf oder die Verpachtung von Grundstücken, die Vermittlung etwaiger Finanzierungshilfen bis zur Unterstützung bei Baugenehmigungsverfahren.

Wenden Sie sich an uns, wir werden versuchen, Ihre Anliegen zum Erfolg zu führen.