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15.12.2017

Schlaglichter der Limburger Geschichte

Stellten den neuen Band vor (von links): Stadtarchivar Dr. Christoph Waldecker, Jochen Müller (Wikommedia) und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.

Auf der Seite 9 begegnet den Leserinnen und Lesern Gaius Julius Caesar. Drei Schuhnägel, gefunden im Bereich der neuen Autobahnbrücke, sind Zeugnis seiner Anwesenheit im Jahre 55 vor Christus in Limburg, das damals natürlich noch nicht Limburg hieß. Von Seite 127 blickt der emeritierte Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, dessen Hausbau und Führungsstil Limburg in die Schlagzeilen brachte und den Kirchenmann zum Amtsverzicht drängte. Zwischen den Seiten 9 und 127 gibt es ganz viel Limburger Geschichte und Geschichten, zusammengestellt und verfasst von Dr. Christoph Waldecker, dem Archivar der Stadt.

„Limburg a. d. Lahn im Wandel der Zeit“ heißt der Band, der einzelne Punkte und Schlaglichter der Stadtgeschichte zusammenführt. „Die Limburger Tradition ist sehr lesenswert aufbereitet“, so stellte Bürgermeister Dr. Marius Hahn den Band, der sich einreiht in bereits zwei vorliegende Bände zur Stadtgeschichte unter dem Motto „Limburg im Fluss der Zeit“.

Zum einen setzt Waldecker etwas fort, was mit dem Stadtjubiläum im Jahr 2010 begann, zum anderen schlägt er deutlich neue Wege an. Es sind kleine Kapitel, mit denen er aufwartet. Und es geht keineswegs nur um die Geschichte der Stadt und die, die sie geschrieben haben oder in der Vergangenheit Einfluss auf ihr Werden genommen haben, es geht auch um Firmen und Unternehmen, die Limburg als Standort haben. Und diese Portraits wiederum sind für Hahn Zeugnis dafür, wie gut sich Tradition und Innovation am Standort Limburg verbinden.

Im Jahr 910 wird „Lintburk“ zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Es ist das offiziell anerkannte Geburtsjahr der Stadt, deren Ort als Siedlungsraum jedoch schon viel länger eine Rolle spielt. Spuren der Michelsberger Kultur (4400 bis 3500 v. Chr.) wurden auf dem Greifenberg gefunden, keltische Zeugnisse auf dem Domberg bei den Arbeiten für den neuen Bischofssitz. Und was auf Caesars Aufenthalt im Limburger Becken während seines „Ausflugs“ ins rechtsrheinische Gebiet hinweist, das ist auch kurz und bündig von Waldecker zusammengefasst worden.

Am 15. September 1905 besuchte Kaiser Wilhelm II. mit seiner Frau Kaiserin Auguste Viktoria die Stadt. Das Interesse an den Hoheiten waren riesengroß. Das Foto zeigt Wilhelm II: beim Verlassen der Stadtkirche.

Limburg, das ist mehr als die Kernstadt, das ist eine Stadt mit weiteren sechs Stadtteilen, die zum Teil (offiziell) deutlich älter sind (Ahlbach und Lindenholzhausen), oder deren Bedeutung in der Vergangenheit deutlich größer war als die von Limburg (Dietkirchen). Waldecker hat alle Stadtteile in seinem neuen Band berücksichtigt und arbeitet dabei ihre besonderen Merkmale heraus.

Natürlich steht die Entwicklung der Kernstadt, also von Limburg selbst, im Zentrum, eine Stadt mit langer christlicher und jüdischer Tradition, mit Höhen und Tiefen. Geißler und Flagranten zogen während der Pest-Epidemien durch die Stadt, davon berichtet der Chronist Tilemann Ehlen von Wolfhagen ausführlich, der ein bedeutendes und aufschlussreiches Werk über die Geschichte der Stadt im Mittelalter verfasst hat und damit auf interessante Einblicke in die Alltagsgeschichte gewährt.

Es sind viele Aspekte und Fixpunkte der Limburger Geschichte in dem Band zusammenfasst. Personen, die Stadtgeschichte geschrieben und mit ihrem Wirken und Werken Einfluss genommen haben (Konrad Kurzbold, Peter Paul Cahensly, Moritz Hilf oder Dr. Hildegard Schirmacher), Waldecker nimmt die Verbindung zur Lahn in den Blick, erwähnt die nachbarschaftlichen Beziehungen (Betramsche Vertrag), skizziert wichtige wirtschaftliche Entwicklungen und Weichenstellungen (Anschluss an das Eisenbahnnetz), widmet sich dem Schwimmen in der Stadt oder dem Film „Die kleine Stadt will schlafen gehen“ und zeigt natürlich auch auf, wie die großen politischen und gesellschaftlichen Ereignisse und Epochen sich in Limburg wiederfinden (Kaiserreich, Erster Weltkrieg, NS-Diktatur, Zweiter Weltkrieg).

Der Band „Limburg a. d. Lahn im Wandel der Zeit“ ist im Wikommedia Verlag erschienen und ist in allen Limburger Buchhandlungen erhältlich.

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