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Das Ziel: Stickstoffdioxid reduzieren

Transport mit Hilfe von Autos und Fahrrädern mit E-Antrieben, bei der Fahrt zum und vom Arbeitsplatz Alternativen zum Auto in Betracht ziehen, Car-Sharing in der Stadt anbieten, die Schadstoffbelastung durch Fahrzeuge über Nachrüstung senken – es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Luft in Limburg besser zu machen. Bei der ersten Green-City-Konferenz in Limburg waren sie alle Thema.

Die Verursacher des Stickstoffdioxid-Ausstoßes. Die Verteilung in Deutschland (linke Seite der Grafik) und in Limburg weist doch einige gravierende Unterschiede auf. Grafik: Planersocietät

Die Stadt Limburg hatte Vertreter aus dem Transportgewerbe, der großen Betriebe und Firmen aus der Innenstadt sowie des Landkreises Limburg-Weilburg und der benachbarten Kreise eingeladen, um zu diskutieren, welche Maßnahmen sich eignen und umsetzbar erscheinen, um nachhaltig und schnell Stickstoffdioxid in der Stadt reduzieren zu können. Die Zusammenkunft war Auftakt für Aktivitäten im Rahmen des Green-City-Plans, mit dem nach dem Dieselgipfel in Berlin Projekte in den besonders durch Schadstoffausstoß belasteten Kommunen initiieren und unterstützen möchte.

Zum Auftakt der Konferenz zeigte Dr. Michael Frehn von der Planersocietät noch einmal deutlich die Gesamtproblematik von grenzwertüberschreitenden Stickstoffdioxidwerten auf. Wegen der befürchteten gesundheitlichen Auswirkungen gibt es Klagen, das Bundesverwaltungsgericht hat vom Grundsatz in der vergangenen Woche Dieselfahrverbote erlaubt und es gibt die rechtlichen Vorschriften der EU. Für die Stickstoffdioxidbelastungen sind in der Bundesrepublik insbesondere Dieselfahrzeuge verantwortlich. Als Besonderheit für Limburg arbeitete Frehn heraus, dass mit 18 Prozent der Emissionen der Busverkehr deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt, ebenso hat das Transportgewerbe in Limburg einen überdurchschnittlichen Anteil.

Fahrzeugflotte umstellen

Jens Biebricher vom Logistikunternehmen Global Flash Services in Limburg stellte sein Konzept einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Logistik in Limburg vor. Hierbei zeigte er Bereitschaft, nicht nur auf Elektro- und Fahrradmobilität umzusteigen, sondern auch ein Angebot für Limburger Apotheken und den Einzelhandel aufzubauen, um umweltschädlichen Verkehr insbesondere in der Innenstadt zu vermeiden. Das Unternehmen mit Erfahrungen in der Healthcare-Logistik und dem Transport besonders sensibler Güter sei jetzt dabei, seine Fahrzeugflotte umzustellen.

Christine Breser von der ivm Region Frankfurt RheinMain (integratives Verkehrs- und Mobilitätsmanagement) berichtete von ihren Erfahrungen im betrieblichen Mobilitätsmanagement. Dadurch konnten nach ihren Angaben bereits eine Reihe von Unternehmen z. B. Kosten für eine Parkhauserweiterung durch die Verlagerung von Fahrten auf den Öffentlichen Verkehr und das Fahrrad einsparen. Dabei ziele betriebliches Mobilitätsmanagement insbesondere auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter ab und erarbeite mit ihnen verschiedene Lösungsmöglichkeiten, um die Arbeitswege, aber auch Dienstfahrten umweltfreundlicher und autounabhängiger zu gestalten. Hierbei komme es nicht zu sehr darauf an, etwas zu verbieten, sondern mit dem Mobilitätsmanagement neue Möglichkeiten und Chancen für die Beschäftigten zu eröffnen, die dann von diesen auch rege genutzt würden.

Mobilität ohne eigenes Fahrzeug

Björn Maaß von der Management- und IT-Beratung GmbH verdeutlichte noch einmal in einer Zukunftsvision die Möglichkeiten der Digitalisierung des Verkehrs. Hierbei seien heute schon bestimmte Trends absehbar. Immer wichtiger sei es, das Bedürfnis nach Mobilität zu bedienen und nicht ein Fahrzeug zu besitzen. Dieses zeige sich in den steigenden Angeboten von Car-Sharing wie aber auch von Mobilitätsdienstleistern, bei dem Private ein Fahrzeug mit oder ohne Fahrer für einen Fahrzweck oder eine bestimmte Zeit mieten könnten. Auch das autonome Fahren eröffnet neue Möglichkeiten, z.B. um sich durch selbstfahrende Fahrzeuge abholen zu lassen. Diese Zukunftsvisionen würden in den nächsten fünf bis zehn Jahren Standard werden und ganz neue Möglichkeiten im Verkehrsmanagement eröffnen.

In seiner Begrüßung hatte Bürgermeister Hahn betont, wie viel Limburg bereits getan habe, um die Stickstoffdioxidwerte in der Stadt zu reduzieren. Allerdings läge hier die Verantwortung vor allem bei der Autoindustrie und dem Nichthandeln der Bundespolitik. Es sei eine ungute Situation, wenn Gerichte über Fahrverbote entscheiden müssten, die dann die Bürger unmittelbar treffen würden.

Weitere Konferenzen folgen

Man sei bereit, die Stickstoffdioxidemissionslage auch als Kommune anzugehen. Jedoch die grundsätzlichen Lösungen lägen in einer bundesweiten Verkehrspolitik und bei der Autoindustrie, wo schon viel früher die Durchsetzung der seit langem bekannten Grenzwerte erforderlich gewesen wäre, so Hahn. Er forderte nicht nur eine Nachrüstung der Software, sondern auch der Motoren der Dieselfahrzeuge.

Insgesamt stieß die Veranstaltung auf große Resonanz bei den Anwesenden, es sollen noch zwei weitere Konferenzen folgen, um mit interessierten Firmen und Verbänden Konzepte zu entwickeln, die dann aus dem Fonds für nachhaltige Mobilität gefördert werden können und schnell umzusetzen sind.

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