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"Zipfelmütze" wird ein besonderes Haus

„Hier werden einmal die Kleinen ihren Raum haben.“ Tanja Horn weiß genau, wo etwas hinkommt – und die Kleinen, das sind die Kinder unter drei Jahren. Von den Besuchern der Stadt Limburg wird allerdings noch etwas Vorstellungskraft gefordert, denn das künftige Gebäude des Waldorfkindergartens „Zipfelmütze“ befindet sich noch in der Entstehungsphase. Aber dem Ersten Stadtrat Michael Stanke sowie Thomas Krug, Leiter des Amts für Soziale Betreuung, und Jens Jugel von der Hochbauabteilung ist schnell klar: Das wird ein besonderes Gebäude.

Viele Balken und Leimbinder prägen das aktuelle Bild in der künftigen »Zipfelmütze«. Dietmar Wagner (links) und Tanja Horn erläutern dem Ersten Stadtrat Michael Stanke, Jens Jugel (rechts) und Thomas Krug (im Hintergrund) den Stand der Arbeiten.

Holzbalken, Leimbinder, Holzfaserplatten oder Holzwolle-Leichtplatten, keine Steine, nur selten Beton (Bodenplatte) und Fenster mal eckig, mal rund und manchmal mit Bögen. „Wir bauen hier ein Haus, das komplett recycelbar ist“, sagt Dietmar Wagner, der als Ingenieur das Vorhaben des Trägervereins der „Zipfelmütze“ begleitet. Ein außergewöhnliches Projekt, das auch auf handwerkliche Tradition setzt. Die unendlich vielen Balken und Leimbinder werden nicht mit Metallteilen verbunden, sondern durch Zapfen, Versätze, Stöße. Es gibt nur selten einige Schrauben, wo der Statiker sie fordert.

Die Balken der Ständerwände werden mit Platten versehen und erhalten nach außen noch eine Verschalung. Auf diese Technik wird teilweise auch bei den Innenwänden gesetzt. Eine Seite erhält eine Holzwolle-Leichtplatte, auf die der Lehmputz aufgetragen wird. Die andere Seite wird mit Rauspundbrettern verschalt. Und die Zwischenräume werden mit einem Gemisch aus Hanf und Lehmschüttung gefüllt.

Pellet-Heizung

Die Heizung wird in der Decke eingebracht. Die Heizschleifen verlaufen dabei in Lehmplatten. Eine solche Flächenheizung an den Wänden zu installieren hätte nach Angaben von Wagner zu einem ständigen Gefahrenpunkt geführt. Ein Nagel oder eine Schraube an der falschen Stelle, und schon hätte das einen Handwerkereinsatz nach sich gezogen. Wagner ist überzeugt von den guten Dämmeigenschaften und der hohen Effizienz der künftig eingebrachten Energie in dem Gebäude, das schon durch seine äußere Form ein echter Hingucker sein wird. Geheizt wird mit Pellets, die entsprechenden Lagerkapazitäten befinden sich im Keller, der vom Vorgängerbau übernommen wird. Das Dach wird begrünt und erhält in den Schrägbereichen Tonziegel.

„Beeindruckend“, räumte auch der Erste Stadtrat ein, der sich als Sozialdezernent natürlich auch über das künftige Innenleben informieren ließ. Die „Zipfelmütze“ hatte an dem Standort zwischen Friedhof und Tilemannschule zunächst das nicht mehr benötigte Gebäude des Friedhofgärtners bezogen, das auf Dauer den Ansprüchen einer Kindertagesstätte jedoch nicht mehr genügte und zudem auch etliche Mängel aufwies. Nach dessen Abriss entsteht nun natürlich ein Gebäude, das von Grund auf als Kindertagesstätte konzipiert ist.

Unter einem Dach

Tanja Horn von der Leitung der Kindertagesstätte und die gleichzeitig dem Vorstand des Vereins zur Förderung der Waldorfpädagogik Limburg angehört, der das Projekt verwirklicht, verweist auf zwei Gruppenräume für Kinder unter und über drei Jahren. Beide Gruppen verfügen über eigene Garderoben, die Wege trennen sich quasi nachdem die Kinder die Tagesstätte betreten haben. Ruheräume sowie Sanitärräume und Küche mit dem Raum für die Kindergartenleitung befinden sich ebenfalls noch im Erdgeschoss. Im ersten Stock wird die neue Einrichtung mit einem Ruheraum sowie einem Raum für Eurythmie aufwarten, zudem gibt es noch Abstellmöglichkeiten.

Nach dem derzeitigen Stand wäre ein Einzug der Zipfelmützen-Kinder im April möglich. Ihr Ausweichquartier befindet sich im ehemaligen Wohnhaus der Staudengärtnerei im Schirlinger Feld in Staffel. Das Projekt ist mit rund 1,3 Millionen Euro an Gesamtkosten geplant und liegt aktuell im Kostenrahmen.

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