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Schwieriger Weg: Zu Fuß zur Schule

Zwei Wochen galt es für die Schülerlinnen und Schüler der Grundschulen in Staffel und Linter möglichst oft den Weg zwischen zu Hause und Schule zu Fuß zurückzulegen. Die beiden Schulen wwaren Bestandteil einer bundesweiten Aktion. 
Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Staffel beteiligten sich mit viel Engagement an der Aktion. Von 107 teilnehmenden Kindern sammelten immerhin 61 Kinder alle möglichen Stempel, legten also alle Wege zu Fuß zurück. Auf dem Foto sind auch alle Lehrerinnen und Lehrer zu sehen; zudem Werner Hartmann (VCD), Gerd Zimmermann (BUND), Jeffrey Rhodes (ADFC), Stadträtin Birgitte Geis sowie Gregor Benner (Abteilung Verkehrsplanung in der Stadtverwaltung).

„Alle zusammen, jeder macht mit“ stimmten die Kinder der Staffeler Grundschule in ihrer Sporthalle gemeinsam an. In der Grundschule in Linter sang eine Klasse davon, dass alle zu Fuß zur Schule gehen können und froh sind, den Weg allein und selbstständig zurückzulegen. Viele haben mitgemacht, als die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ lief. Zwei Wochen galt es dabei, möglichst oft zu Fuß zur Schule zu gehen und nach Unterrichtsende den Rückweg ebenfalls zu Fuß zurückzulegen. Anlass für die Zusammenkünfte in beiden Schulen und die Lieder war nun eine Art Dankeschön von denen, die die Aktion auf Stadtebene initiiert hatten: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützt vom ADFC (Allgemeinen Deutschen Fahrradclub), dem BUND (Bund für Umwelt), der Interessengemeinschaft „Liebe Limburg“ und Bürgermeister Dr. Marius Hahn.

Die Probleme an den Schulen sind gleich. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, stellen für die Kinder, die den Weg zu Fuß zurücklegen, eine Gefahr da. Da wird auf Gehwegen geparkt, so dass die dort unterwegs befindlichen Kinder auf die Fahrbahn ausweichen müssen, geparkte oder haltende Autos behindern die Sicht und noch einiges mehr. Die Schulleiterinnen Hanne Balmert-Burggraf (Staffel) und Sonja Heidrich (Linter) sind täglich damit konfrontiert und dagegen anzugehen, entpuppt sich fast wie der Kampf gegen Windmühlen.

Kinder sind gerne dabei

Es liegt wohl weniger an den Kindern. Zur Teilnahme an der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ mussten sie nicht groß überredet werden. Sowohl in Staffel als auch in Linter zogen (fast) alle mit. „Bei uns waren leider die Eltern von sieben Kindern nicht bereit, die Aktion zu unterstützen und haben ihre Kinder weiterhin mit dem Auto zur Schule gefahren“, erzählt Soja Heidrich. Nach Ablauf der zweiwöchigen Phase hat sich der Anteil der Kinder, die mit dem Auto in die Schule gebracht werden, wieder deutlich erhöht.

Die Wege zur Schule sind nicht immer ganz einfach zu bewältigen. In Linter gibt es zum Beispiel die Mainzer Straße, die ein Hindernis darstellt. In Staffel ist es zum Beispiel die Koblenzer Straße, die es zu überqueren gilt. Aber es gilt die mit dem Verkehr verbundenen Gefahren frühzeitig zu erlernen.

Es gibt auch in den Wohngebieten noch genug Stellen, an denen es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Für Hanne Balmert-Burggraf ist das zum Beispiel der Übergang von der Ringstraße in die Schulstraße. Dort behindern haltende oder parkende Autos sehr oft die Sicht und erhöhen somit die Gefahr. In Linter hofft Sonja Heidrich darauf, dass die vor den Sommerferien durchgeführte Ortsbegehung mit dem Ordnungsamt zu Verbesserungen durch Verkehrsberuhigung und Kontrollen führt.

Gemeinsam unterwegs

Die Klasse 3a stellte an der Grundschule in Linter die fleißigsten Fußgänger. Auf dem sind zudem noch die ausgelosten Gewinner der verschiedenen Einzelpreise sowie Schulleiterin Sonja Heidrich, Werner Hartmann (VCD), Gerd Zimmermann (BUND), Jeffrey Rhodes (ADFC), Stadträtin Birgitte Geis sowie Gregor Benner (Abteilung Verkehrsplanung in der Stadtverwaltung) zu sehen.

Als Stadträtin Birgitte Geis die Schule besuchte, da war es ganz normal, den Weg zu Fuß zurückzulegen. „Wir sind immer in Gruppen gegangen, haben uns gegenseitig abgeholt, beim Gehen miteinander geredet oder uns auf dem Heimweg schon für den Nachmitttag verabredet“, erzählte sie. Und Gerd Zimmermann (BUND) erinnerte sich noch daran, auf Freunde zu warten oder sie abzuholen, um gemeinsam den Schulweg zu absolvieren.

Es hat viele Vorteile, zu Fuß zur Schule zu gehen, verdeutlichte Werner Hartmann als Kreisvorsitzender des VCD. Bewegung sei grundsätzlich gesund, wer morgens schon einen Fußweg hinter sich habe, sei im Unterricht dann auch hellwach. Wer zu Fuß oder später einmal mit dem Rad zur Schule komme, der schone zudem die Umwelt und erzeuge keine Schadstoffe. Hartmann machte deutlich, dass die Teilnahme an der bundesweiten Aktion auf Initiative von „Liebe Limburg“ zurückgeht.

Ob etwas bleibt von der Aktion, die seit 1994 in Deutschland durch den Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie das Kinderhilfswerk Deutschland veranstaltet wird? In Staffel gibt es auf jeden Fall den autofreien Freitag. Den gab es schon zuvor, der wird beibehalten. „An den Kindern liegt es nicht, wenn jetzt wieder mehr mit dem Auto in die Schule kommen“, sind die Schulleiterinnen überzeugt. Die Kinder hätten während der Aktionsphase die Erfahrung gemacht, wie spannend und fröhlich ein gemeinsamer Schulweg sein kann.

Belohnung für die Teilnahme

Für jeden Weg, den die Schülerinnen und Schüler zu Fuß zurücklegten, gab es einen Stempel. Und es wurden ganz viele Stempel gesammelt. An der Staffeler Grundschule stellte die Klasse 2b die fleißigsten Geher, in Linter die Klasse 3a. Die Staffeler Klasse erhielt einen Gutschein zum Besuch des Mathematikums in Gießen (gestiftet von Fleckner und Simon), die Linterer Klasse darf sich auf der Adventure Golfanlage austoben (gestiftet von der EVL). Weitere Einzelpreise wie Taschenlampen, Puzzle oder Eintrittskarten für das Parkbad wurden verlost. Und für alle, die keine großen Preise erhielten, gab es Stifte, Lineale mit Verkehrszeichen und kleine Etuis mit Heftpflaster.

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