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Mehr Verkehrsfluss, weniger Stauzeit

Seit Montag, 19. Juni, 14.10 Uhr läuft der Verkehrsleitrechner in Limburg. Mit der zentralen Netzsteuerung der Lichtsignalanlagen soll es in der Stadt weniger Stauzeiten und mehr fließenden Verkehr geben. Rund 1,5 Millionen Euro sind nach Angaben von Hessen Mobil in den Verkehrsleitrechner und seine notwendige technische Infrastruktur investiert worden.

Die Schiedekreuzung im Verlauf der B 8 ist der größte Kreuzungspunkt in der Limburger Innenstadt. Auch dort soll der Verkehrsleitrechner zu einer Beschleunigung beitragen.

Die Wünsche der Stadt Limburg formulierten gestern Bürgermeister Dr. Marius Hahn und der Erste Stadtrat Michael Stanke: Mehr Verkehrsfluss, weniger Standzeiten und damit gegebenenfalls auch eine Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Innenstadt. An den Verkehrsleitrechner, dessen Installation auch Bestandteil des Luftreinhalteplans ist, sollten jedoch nicht zu große Erwartungen verknüpft werden, machte Eugen Reichwein von Hessen Mobil deutlich. Es sei schon ein Fortschritt, wenn es mit dem Verkehrsfluss ein „bisschen besser werde“.

24 Ampelanlagen in Trägerschaft von Hessen Mobil sowie drei Ampelanlagen der Stadt sind an den Verkehrsleitrechner angeschlossen, dessen Schaltzentrale sich im Technikraum des Schiedetunnels befindet. Der zentrale Rechner erhält seine Informationen über die Verkehrsbelastung durch Induktionsschleifen in der Fahrbahn, Detektorenkameras auf den Ampeln, zudem durch sogenannte Strategieschleifen und nicht zuletzt über eine Reisezeitmessung per Bluetooth-Empfänger. „Wir betreten damit Neuland“, sagte Wilke zur breit gestreuten technischen Datenerfassung.

Die Strategieschleifen sollen den Verkehr auch zwischen zwei Verkehrsknotenpunkten erfassen und dadurch die Daten der Detektoren an den Ampelanlagen (Induktionsschleifen, Kameras) ergänzen. Die Bluetooth-Empfänger erfassen die Reisezeit zwischen zwei Punkten. Mit einem Abgleich der Reisezeiten können sowie Rückschlüsse auf das aktuelle Verkehrsgeschehen gezogen als auch langfristige Veränderungen im Straßennetz erkannt werden.

Verschiedene Szenarien

Auftakt im Technikraum des Schiedetunnels: Techniker Manuel Scholz demonstriert, wie die zentrale Netzsteuerung funktioniert. Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke, Andreas-Johannes Batzer (Siemens), Eugen Reichwein (Hessen-Mobil) und Bürgermeister Dr. Marius Hahn hoffen auf positive Effekte für den Straßenverkehr.

Die Anlage soll zum einen den täglichen Verkehr zügiger durch Limburg leiten, zum anderen aber auch auf besondere Verkehrsereignisse oder nicht vorhersehbare verkehrliche Überlastungen reagieren. Auf den Straßen, auf denen eine hohe Verkehrsbelastung ist, wird es dann längere Grünphasen durch schnellere Intervalle geben. Bisher wurden die verschiedenen Signalprogramm der Ampelanlagen in Abhängigkeit von der Tageszeit geschaltet (so gibt es zum Beispiel das Programm „Morgenspitze“ für die Zeit von 6 bis 9 Uhr). Künftig werden die Programme in Abhängigkeit mit der tatsächlich vorhandenen Verkehrsbelastung aktiviert. Zieht sich die Morgenspitze in der Verkehrsbelastung zum Beispiel bis 9.30 Uhr, dann wird das Programm verlängert, bis die Verkehrsbelastung unter den entsprechenden Schwellenwert sinkt.

Der zentralen Netzsteuerung liegen verschiedene Verkehrsszenarien zugrunde, die abgerufen werden können. Neben dem Normalbetrieb sind es Stausituationen auf verschiedenen Teilbereichen entlang der B 8, der B 54, in Lindenholzhausen sowie im Bereich der kompletten Innenstadt; auch das Szenario Störung im Schiedetunnel ist ein Bestandteil. Nach Angaben von Hessen Mobil werden die verschiedenen Szenarien durch die zentrale Netzsteuerung über die Verkehrsbelastung erkannt. Wird zum Beispiel die Bedarfsumleitung der A3 zwischen den Anschlussstellen Diez und Limburg-Nord aktiviert, steigt die Verkehrsbelastung in diesem Streckenabschnitt. Überschreitet die Verkehrsbelastung dann einen Schwellenwert, aktiviert der Verkehrsleitrechner das entsprechende Programm.

Weitere Anlagen zuschaltbar

Wie Andreas-Johannes Batzer von Siemens, von dem Unternehmen stammt die Technik, bei der Vorstellung erläuterte, werden die ermittelten Verkehrsdaten gesammelt. Daraus lassen sich dann Veränderungen in den Verkehrsflüssen und -belastungen der Stadt ablesen. Um die entsprechende Technik zwischen den einzelnen Ampelanlagen und dem Standort des zentralen Rechners installieren zu können, waren erhebliche Tiefbauarbeiten notwendig.

Das System ist so ausgelegt, dass in Zukunft noch weitere Ampelanlagen zugeschaltet werden können. Der erste „Neuzugang“ steht schon fest, es ist die Ampelanlage, die zur Erschließung des ehemaligen Pallottinergeländes (Klostergärten) entsteht. Direkt nach ihrer Fertigstellung soll die Anlage an die zentrale Netzsteuerung angeschlossen werden.

Die ersten Vorüberlegungen für eine zentrale Steuerung der Ampelanlagen in Limburg gingen in den Jahren 2009/2010 in die weitere Entwicklung, in die von Hessen Mobil mehrere Fachfirmen (neben Siemens das Verkehrstechnikbüro Schlothauer & Wauer sowie das Ingenieurbüro Habermehl & Follmann) eingebunden wurden. Eine zentrale Erweiterung dabei war, nicht nur die Ampelanlagen in der eigenen Trägerschaft zentral zu steuern, sondern auch die Ampelanlagen der Stadt mit einzubeziehen.

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